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: Hebammenkünste

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Der Mythos vom empfindsamen Schriftsteller, dessen Genie sich zu gleichen Teilen in Menschenscheu und Sensibilität ausdrückt, hat es schwer im heutigen Literaturbetrieb: Statt ehrfürchtiger Verklärung schlägt dem Autor nur geballtes Medieninteresse entgegen. Nun tritt zunehmend auch eine andere Figur ...

          Der Mythos vom empfindsamen Schriftsteller, dessen Genie sich zu gleichen Teilen in Menschenscheu und Sensibilität ausdrückt, hat es schwer im heutigen Literaturbetrieb: Statt ehrfürchtiger Verklärung schlägt dem Autor nur geballtes Medieninteresse entgegen. Nun tritt zunehmend auch eine andere Figur aus dem Arkanbereich des Buchmarkts heraus: der Lektor nämlich, Vertreter einer zahlenmäßig unbedeutenden Zunft, die als gatekeeper der Literatur allerdings eine umso bedeutendere Rolle spielt. Im Gespräch mit zehn Lektoren belletristischer Verlage (darunter Christiane Schmidt von Hoffmann & Campe, Olaf Petersenn von Kiepenheuer & Witsch oder Klaus Siblewski von Luchterhand) erforschen Studenten der Universität Hildesheim die "geheimen Gesetze und Rituale dieses seltsamen Berufs". Es geht um die vielen Ausbildungs-Umwege, die Mechanismen des Systems Verlag, um literarische Geschmacksbildung und das Gefühl für Werbestrategien. Und den Umgang mit dem Autor, dem sensiblen Wesen, das man nur vorsichtig kritisieren und keinesfalls bemuttern darf - dem man behutsam bei der Geburt des Werkes wie eine Hebamme assistieren muss. ("In der Werkstatt der Lektoren". Zehn Gespräche. Hrsg. von Martin Bruch und Johannes Schneider. Mit einem Nachwort von Hanns-Josef Ortheil. Universitätsverlag Hildesheim, Hildesheim 2007. 203 S., br., 11,- [Euro].) brey

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