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Der Ursprung der Religion : Kennen Sie die Fellatio bei den Ramu in Papua-Neuguinea?

  • -Aktualisiert am

Auch Mönche haben Laster: digitale Reproduktion eines satirischen Kupferstichs aus dem siebzehnten Jahrhundert Bild: Picture-Alliance

Der Ethnologe Hans Peter Duerr macht sich in seinem Buch „Diesseits von Eden“ auf die Suche nach dem Ursprung der Religion. Mehr als Exotismus, Sex und weitere heftige Beispiele bietet die Lektüre jedoch nicht.

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          Es gibt Bücher, die viel Wissenswertes enthalten und von denen man dennoch gar nichts lernen kann. Solch ein Buch hat jetzt der 77 Jahre alte Ethnologe Hans Peter Duerr veröffentlicht. Dabei ist seine Frage nach dem Ursprung der Religion durchaus interessant. Angesichts epochaler Um- und Abbrüche in der religiösen Kultur hierzulande und weltweit wäre es gut, zu verstehen, was Religion eigentlich ist. Gerade ihr Ursprung, so könnte man hoffen, sollte Hinweise auf ihr Wesen und ihre Lebenskräfte geben. Doch leider ist Duerr ein zwar belesener, aber undisziplinierter Autor. Eine gedankliche Struktur sucht man in diesem Buch vergeblich. Auch einen Begriff von dem, was „Religion“ oder „Ursprung“ bedeuten, findet man nicht. Stattdessen droht man im uferlosen Meer des religiös Menschenmöglichen unterzugehen.

          In ungezählten, nur ganz kurz aufgerufenen Beispielen stellt Duerr die dunkle Seite archaischer Religionen vor. Wenn er überhaupt ein Verständnis von Religion hat, dann ist es eng auf Abnormes fokussiert. Natürlich hat es sein Recht, das Befremdliche und Erschreckende des Religiösen zu bedenken. Aber die hohe Kunst der Religionsdeutung besteht doch darin, dies in ein Verhältnis zur anderen Seite zu setzen, in der es um Gottvertrauen, Lebensvertiefung und Menschenbildung geht. Dieser Aufgabe stellt Duerr sich nicht, weshalb bei ihm Religion als ein furchtbarer Primitivismus erscheint, der mit dem, wie religiöse Menschen sich heute verstehen, kaum etwas zu tun hat.

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