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Hannah-Arendt-Gesamtausgabe : Im Clinch mit einem gewieften Saboteur

  • -Aktualisiert am

Na endlich: Hannah Arendts Schriften werden endlich in einer sorgfältig edierten Werksausgabe zugänglich gemacht. Bild: Getty

Der erste Band der neuen Gesamtausgabe Hannah Arendts liegt nun endlich vor. Er präsentiert Entwürfe zu einem Buch über Karl Marx, das die Philosophin nicht zu Ende brachte. Die Gründe dafür sind aufschlussreich.

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          Es gibt etwas zu feiern, denn nach jahrelangem Hickhack ist der erste Band der neuen Gesamtausgabe der Schriften Hannah Arendts erschienen. Er umfasst fast tausend Seiten, gewährt den Lesern den Genuss zahlloser Geistesblitze, ist mit großer Sorgfalt ediert und überdies erstaunlich preiswert. Man muss es einmal sagen dürfen: Solche Gesamtausgaben gleichen oft üppig ausgestatteten Begräbnissen, bei denen sich wenige Aufrechte um die Überreste eines verdienten Denkers scharen. In philosophischer Verwandtschaft zu Arendt trifft man etwa auf die Werkausgaben von Eugen Fink (30 Bände) oder von Arendts Lehrer Karl Jaspers (50 Bände). Im Vergleich hierzu ist die Arendt-Ausgabe mit siebzehn geplanten Bänden bescheidener – und ungleich wichtiger. Denn nicht nur stoßen Hannah Arendts Schriften heute weltweit auf enormes Interesse, dazu kommt noch, dass einige ihrer wichtigsten Texte bislang nur in mediokren Ausgaben zugänglich sind.

          Der Grund dafür ist so einfach wie schmerzlich. Hannah Arendt hat sich nach ersten philosophischen Gehversuchen in Deutschland, dem Exil in Paris und der Gefangenschaft in Südfrankreich mit knapper Not, erst im Mai 1941, nach New York gerettet. Nicht nur veröffentlichte sie in den frühen Jahren Texte an heute schwer zugänglichen Stellen, sie schrieb dann in den Verenigten Staaten sowohl auf Deutsch wie auch auf Englisch, übersetzte zum Teil selbst ihre Texte – mal in der einen, mal in der anderen Richtung – und arbeitete sie dabei kräftig um. So kamen deutsch- und englischsprachige Ausgaben in Umlauf, die jahrzehntelang gleichgültig aneinander vorbeilebten. Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert und man irgendwann die Unterschiede zwischen den beiden Ausgaben der Schrift über die „totalitäre Herrschaft“ (1951/1955) sowie zwischen „The Human Condition“ und dem deutschen Pendant „Vita activa“ (1958/1960) übersichtlich serviert bekommt.

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