https://www.faz.net/-gr3-9uchc

Phänomen Ghosting : Smartphones voller Gespenster

  • -Aktualisiert am

Wenn nach den zwei blauen Häkchen nichts mehr kommt: Ghosting ist der elektronische Kontaktabbruch. Bild: dpa

Ignorieren, Blockieren, Verschwinden: „Ghosting“ ist elektronischer Kontaktabbruch. Tina Soliman versammelt Geschichten von Menschen, die ghosten, und jenen, die darunter leiden.

          2 Min.

          Mit neuen Kommunikationsmitteln entstehen neue Wege, diese zu nutzen – und auszunutzen. Ein nicht vorher über Textnachricht angekündigter Telefonanruf wird von jüngeren Leuten mittlerweile oft als aufdringlich angesehen. Heute, wo viele Menschen nicht nur die Telefonnummer des anderen haben, sondern auch auf Instagram, Facebook, Telegram, WhatsApp, FaceTime, Snapchat, TikTok, vielleicht sogar auf LinkedIn, mit ihm verbunden sind, ist das Ablehnen der Kommunikation, wenn sie nicht mehr gewollt ist, komplizierter geworden. Sie muss konsequent auf mehreren Kanälen ignoriert werden, und dieses Verfahren hat einen Namen: „Ghosting“.

          Von ihm handelt Tina Solimans Buch. „Ghosts“ sind Menschen, die untertauchen, aufhören zu kommunizieren, nicht mehr erreichbar sind – und somit einseitig das Ende einer Beziehung entscheiden. Soliman beschreibt anhand von Berichten „Betroffener“ sowie Gesprächen mit Psychologen und Soziologen verschiedene Verhaltensmuster und Facetten von Beziehungsangst, die auf Narzissmus, Selbstschutz und einigen anderen Motiven beruhen. Zu Wort kommen Menschen, die verschwinden, wie auch jene, die unter dem Verschwinden leiden: Sie erzählen von den Ursachen eines solchen Kontaktabbruchs und den Folgen des Ghostings, das für manche schwer zu verarbeiten ist.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Klärungsbedarf: Zübeyde und Peter Feldmann am Abend der Wiederwahl des Oberbürgermeisters

          Feldmann und die Kita-Affäre : Gut bezahlte Nebenrolle

          Als Zübeyde Temizel noch am Konzept für eine Kita in Wiesbaden gearbeitet haben soll, besichtigte Peter Feldmann schon die „Dostluk“-Baustelle in Frankfurt. Und das ist längst nicht die einzige Ungereimtheit in der Sache.