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F.A.Z.-Sachbücher der Woche : Mit Donaufußball zur allerersten Meisterschaft

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Bild: Verlag

Dietrich Schulze-Marmeling würdigt gekonnt den deutschjüdischen Beitrag zur frühen Geschichte des FC Bayern, Annelie Ramsbrock widmet der Kosmetik eine Kulturgeschichte und Dorothea Weltecke bewahrt in der Atheismus-Debatte einen kühlen Kopf.

          Am kommenden Wochenende wird sich in Planegg, einer Kleinstadt im Landkreis München, einen ganzen Tag lang alles um Kurt Landauer drehen. Hier ist er im Juli 1884 geboren, in wenigen Monaten wird sich sein Tod zum fünfzigsten Mal jähren. Nun aber, am nächsten Sonntag, will ihn sein Heimatort feiern. Uri Siegel, sein inzwischen achtundachtzig Jahre alter Neffe und seit der Rückkehr aus Palästina in den fünfziger Jahren als Rechtsanwalt in München tätig, soll dabei über den roten Teppich schreiten und sich, als Erbe auch stellvertretend für den Onkel, ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Gezeigt wird im Anschluss die Dokumentation „Kick it like Kurt“, die eine Gruppe junger Filmemacher 2009 gedreht hat und die vor einem Jahr im Jüdischen Gemeindezentrum von München ihre Premiere erlebte. Natürlich gibt es zu Landauers Ehren auch ein Fußballturnier mit Jugendmannschaften aus der Region.

          Es ist in jüngster Zeit eine Menge geschehen, um Kurt Landauer, seine Verdienste um den Fußball in Deutschland und vor allem seine mehrmalige Präsidentschaft beim FC Bayern wieder ins Gedächtnis zu rufen. 2002 etwa organisierte der Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur an der Münchner Universität eine Tagung mit dem Titel „Juden und Sport - Zwischen Integration und Exklusion“, bei der auch von Landauer die Rede war. 2003 erschien der fünfhundert Seiten umfassende Sammelband „Davidstern und Lederball - Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball“, der seinem Wirken ein eigenes Kapitel widmete.

          Einer der besten Kenner der Fußballhistorie

          Im September 2009, kurz nach seinem 125. Geburtstag, inszenierten just jene Fans der Ultra-Gruppe „Schickeria“, die gegenwärtig durch ihre Schmähungen des neubayerischen Torwarts Manuel Neuer unangenehm auffallen, für Landauer eine beeindruckende Choreographie in der Südkurve der Allianz Arena. Mit Unterstützung des FC Bayern wurde im vergangenen Jahr der Kurt-Landauer-Platz an der Riemer Straße als Spielstätte des TSV Maccabi München eingeweiht.

          Erschienen ist gerade auch die Monographie „Der FC Bayern und seine Juden - Aufstieg und Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur“. Dietrich Schulze-Marmeling, einer der besten Kenner der Fußballhistorie und vor kurzem erst mit einer Geschichte des FC Barcelona hervorgetreten (F.A.Z. vom 17. März 2010), erweitert darin seine knappe Skizze aus „Davidstern und Lederball“ zu einem Panorama des bayerischen, später auch deutschen Renommiervereins von den Anfängen am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bis zum ersten Erscheinen des damals achtzehn Jahre alten Franz Beckenbauer beim Pflichtspiel gegen den FC St. Pauli im Juni 1964.

          Im Selbstverständnis zuallererst Bayer

          Zu den siebzehn Gründungsmitgliedern gehörte Kurt Landauer nicht, wohl aber der weiland zweiundzwanzigjährige Dortmunder Benno Elkan, der in München Kunst studierte und sich nachmals als Bildhauer einen Namen machte - sein Hauptwerk ist die große Menora, die seit Mitte der sechziger Jahre vor der Knesset in Jerusalem steht. Landauer stieß 1901, dem Jahr nach der Gründung, als Spieler zum FC Bayern und war in den beiden Jahren vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs erstmals Präsident. Wirklich prägend für den Verein wurde er in der Weimarer Republik, als er ihn mit einer kurzen Unterbrechung fast vierzehn Jahre lang führte. In die Fußballmoderne entließ er den Klub während der vierten Amtszeit von 1947 bis 1951, in die auch der Umzug aus der Maxvorstadt an die Säbener Straße fällt.

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