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: Es gibt uns danach immer noch

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Vor siebzig Millionen Jahren soll es mal Lebewesen gegeben haben, die sich selber als Eutheria (höhere Säuger), ja, sogar spendabel als "Menschen" definierten. Nach einer Million Jahre friedlicher Faustkeilbearbeitung brauchten sie bloß zwei Sekunden (das heißt 2000 Jährchen), um den Globus in einen einzigen tsunamigeschüttelten Behindertenparkplatz zu verhexen.

          Vor siebzig Millionen Jahren soll es mal Lebewesen gegeben haben, die sich selber als Eutheria (höhere Säuger), ja, sogar spendabel als "Menschen" definierten. Nach einer Million Jahre friedlicher Faustkeilbearbeitung brauchten sie bloß zwei Sekunden (das heißt 2000 Jährchen), um den Globus in einen einzigen tsunamigeschüttelten Behindertenparkplatz zu verhexen. Dollarstürze, Schwarze Freitage vernichteten Unsummen und Summen, als wenn ökonomische Crashs so was wie kosmische Crunchs wären und Billionenlöcher, die auch nur wieder Ozonlöcher und schwarze Hawking-Löcher imitierten, Materia und Turbo-Kapital ersatzlos fortschlürfend, ganz ohne Sicherheitskopie. Dann zerfielen fast sämtliche Staaten wieder atomistisch in Lokalkönigtümer; das Große ruhmreiche Zeitalter der Warlords begann ab 2010. -- Der 3. und 4. Weltkrieg ab 1441 n. Muhammad (das heißt für Ungläubige: 2050 n. Chr.) (zwischen Chindia - also dem fusionierten China & India hier und Panafrika dort) löschte zwar 12 Milliarden Endverbraucher aus, doch die verbleibenden 200 Millionen verkrebsten Survival-Gewinnler brauchten bloß hundert Jahre, um doch wieder die erste Milliarde zu überschreiten. -- Dann aber riss der Golfstrom ab, und das Eiszeitpräludium, das das just neu besiedelte Grönland wieder zuschneite, bis runter zur Saharavergletscherung, und jeden Treibhauseffekt fortblies, trieb 300 Millionen Europäer runter auf die Südhalbkugel, wo man die Flüchtlinge, samt Fluchthelfern, erst angemessen versklavte, hierbei im Zuge von Gunnar Heinsohnschen Megatötungen, neben denen Stalin-Mao-Hitler wie harmlose CVJM-Nerds verzwergten, auf 5000 Köpfe dezimierte, um alsdann - zwecks Freizeitgaudi - als Ansichtsexemplare noch 250 Bleichgesichter in einem Kitsch-Getto durchzufüttern, worin sogar schnucklige altteutsche Fachwerkhäuslein aufgestellt rumstanden, zwei, drei Louvres, fünf Bayreuther Festspielhäuser, drei Tate Galleries, Oxforder Unis, Saudispielzeug, plus ein Alibi-Theresienstadt, sogar ein letzter bayerischer Bierkeller, worin zwischen Burnus und Tschador die Humpen kreisten - noch' Bierchen, Schlitzauge - und prost! Humba Humba täterä! -- Dann aber kam der seit Jahrtausenden heiß erwartete Meteor doch noch und bombte Mensch-Tier-Pflanze in einen nuklearen Winter hinein.

          Lichtphobiker und Tunnelmenschen, die auf Restlicht nicht verzichten konnten, wurden wieder nur 17 Jahre alt, statt 107 à la Johannes Heesters - Methusalem ade. 2000 Jahre lang gab's nur kartoffelkeimfarben fingernde Pilzmyzele. Pferde, Katzen, Bären, Köter, Amis, Eurasiaten - alles grundlegend ausgelöscht, sozusagen für immer. -- Das älteste Säugetier, fünfzig Millionen Jahre alt, der paläozänische Igel, schnüffelte auch als letzter Säuger herum, trotz aller Temperaturstürze und Winterschlaf, aus dem Hekatomben Eulipotyphla (Insektenfresser) nie wieder aufwachten. Ratten gab's auch noch. Igelartige, Beutelsäue und Schnabeltiere brauchten nur zwanzig Millionen Jahre, um ihr Hirnvolumen zu verdoppeln, dann um als Rattus erectus und Erinaceus erectus (Mecki) herumzustapfen und vorbeizuhuschen. Je eine stachlige und eine rattengeschwänzte Quasimenschheit (plus drei, vier Nebenmenschheiten) zogen Sprachenvielfalt und zwanzig bis dreißig Hochkulturen hoch und fanden irgendwann Muße, die in mythischen Vorzeiten leider von uns gegangenen Nacktaffen, Engel, Elefanten und Götter archäologisch und paläontologisch zu erschließen.

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