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: Erkennen und Fliehen

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"Literatur verhandelt, als wen oder was wir uns sprechend erfinden." Im Ton dieses erweiterten Textbegriffs begegnet Ulrike Draesner dem Interesse an literarischen Vor- und Denkbildern beim Schreiben großer Prosatexte. "Schöne Frauen lesen" ist eine ebenso kenntnisreiche wie assoziativ ausufernde Literaturgeschichte der weiblichen Feder.

          "Literatur verhandelt, als wen oder was wir uns sprechend erfinden." Im Ton dieses erweiterten Textbegriffs begegnet Ulrike Draesner dem Interesse an literarischen Vor- und Denkbildern beim Schreiben großer Prosatexte. "Schöne Frauen lesen" ist eine ebenso kenntnisreiche wie assoziativ ausufernde Literaturgeschichte der weiblichen Feder. Anhand ausgewählter Autorinnen wie Ingeborg Bachmann, Virginia Woolf oder Gertrude Stein strickt Draesner (die besonders bei der Darstellung des einzigen männlichen Autoren-Ichs, Flaubert, nicht mit Metaphern aus der Garnverarbeitung geizt), ein zuweilen spannendes biographisches Autorinnen-Tableau. Doch es bleibt nicht bei lebensweltlichen Verweisen. Draesners Essays wagen den Brückenschlag zwischen biographischem Fragment und experimenteller Deutungslust. Die Kapitelüberschriften "Lebens-Schrift", "Grammatik der Verbindungen" oder "Erkennen und Fliehen" verraten die überstrapazierte intertextuelle Stoßrichtung. Verdienstvoll ist jedoch die Darstellung des prekären weiblichen Autorensubjekts. (Ulrike Draesner: "Schöne Frauen lesen." Sammlung Luchterhand, München 2007. 220 S., br., 8,- [Euro].)

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