Über die Ehe in Deutschland :
Kann die romantische Liebe gegen die Belastungen des Alltags bestehen?

Von Gerald Wagner
Lesezeit: 4 Min.
So sah die deutsche Ehe 1985 aus: Rudi Völler und Angela Drescher nach der standesamtlichen Trauung
Worüber viel gemeint, aber recht wenig sicher gewusst wird: Rosemarie Nave-Herz legt eine kompakte Studie über die Ehe in Deutschland vor.

Was weiß die Soziologie ei­gentlich über die Ehe in Deutschland? Es ist er­staunlich wenig. Gäbe es nicht die offiziellen Daten etwa des Statistischen Bundesamtes, wäre es noch we­niger. Wenn sich die Forschung bisher überhaupt für die Ehe interessiert habe, dann vornehmlich im Hinblick auf die Familie. Aber als „eigenständige Lebensform“ mit einer ihr eigenen „Sinnzuschrift“ sei die Ehe aus soziologischer Sicht bisher nicht beschrieben worden. Rosemarie Nave-Herz, die diese Anmerkung ihrem neuen Standardwerk zur Ehe in Deutschland vorausschickt, hält diese Subsumierung der Ehe unter die Familie bestenfalls für die Vergangenheit ge­rechtfertigt, weil damals Ehe- und Familienzeit nahezu identisch gewesen seien. Heute aber wäre hier ein gravierender Wandel feststellbar, den dieses Buch eindrucksvoll schildert. Wird dieser Wandel zum Ende der Ehe führen? Ist sie ein Auslaufmodell, oder bleibt sie eine der „bedeutendsten identitätsbildenden Institutionen“ unserer Gesellschaft?

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