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Sicherheit ist machbar: Pixel auf einem Monitor Bild: dpa

Sachbuch zu Cybersicherheit : In der Abwehr muss man wie der Angreifer denken

Constanze Kurz und Frank Rieger erklären in „Cyberwar“, wie Gefühle und Gedanken im Internet manipuliert werden. Sie fordern gezielte Abwehrmechanismen – verständlich auch für jene, die nicht Informatik studiert haben.

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          Das Lied ist schuld. In dem eingängigen Beat sind nämlich nur für Maschinen hörbare Sprachkommandos versteckt, die das Auto verrücktspielen lassen: Die Fenster fahren runter, die Heizung läuft auf Hochtouren, der Warnblinker springt an, und der Bordassistent versucht alle Kontakte anzurufen. „Cyberwar – die Gefahr aus dem Netz“ beginnt mit einer Szene aus einer Welt in fünf Jahren. Constanze Kurz und Frank Rieger haben eine fiktionale, aber eine nah an die Realität angelehnte Erpressungsgeschichte entworfen, die zeigt, wie gefährdet die Gesellschaft ist. „Wir leben in einer durchdigitalisierten Welt. Unsere Abhängigkeit von Mobiltelefonen, Internet, Computern ist total“, schreiben die Autoren.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Constanze Kurz, Kolumnistin dieser Zeitung („Aus dem Maschinenraum“), und Frank Rieger, als einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs unseren Lesern ebenfalls seit Jahren als Autor vertraut, erklären in „Cyberwar – die Gefahr aus dem Netz“ alles, was es derzeit über Cybersicherheit zu wissen gibt. Nicht zufällig fünf Jahre nach dem Whistleblower Edward Snowden wollen die Autoren die Überwachungsdebatte neu beleben: „Wir wissen heute, dass Massenüberwachung die Grundlage für digitale Angriffe ist.“ Jede Woche werden neue Cyberangriffe bekannt, Kurz und Rieger sind überzeugt davon, dass wir uns damit nicht abfinden sollten.

          Man erfährt, welche Angriffswerkzeuge es gibt – Begriffe wie DNS-Exploit tauchen auf –, den Autoren gelingt es allerdings, dass sich die Leser nicht überfordert fühlen. Das Buch ist verständlich auch für jene, die nicht Informatik studiert haben.

          Constanze Kurz im Oktober 2018 auf der Frankfurter Buchmesse

          Berichte über Cybersicherheit haben häufig das Problem, dass das Thema trotz der Gefahr, die von Hackerangriffen ausgeht, immer irgendwie abstrakt bleibt. Etwas geschieht in Rechenzentren oder in Servern – besonders interessiert ist man meist dann, wenn man selbst schon einmal betroffen war. Längst sind nicht mehr nur Hobby-Hacker am Werk, sondern eine richtige Industrie. Sicherheitslücken werden regelrecht gehandelt, wodurch sich neue ökonomische Anreize ergeben. Die Hacker handeln in der Regel im Auftrag, etwa wenn sie Industriestandorte ausspionieren.

          Westliche Gesellschaften, aber auch China und Russland pumpen Milliarden in diese Industrie, das machen die Autoren deutlich. Und das hat die Debatte nach Snowden auch gezeigt: Die staatlichen Stellen haben mehr Geld dafür, als bislang angenommen wurde. Dass das so deutlich gesagt werden kann, liegt daran, dass es viele technische Untersuchungen von Angriffen gibt – Berichte von IT-Sicherheitsunternehmen, die Angriffsmodelle nachzeichnen. Manchmal gibt es sichere Indizien, manchmal politische Beschuldigungen. Manchmal gibt es, etwa durch Whistleblower, auch Informationen über Geheimdienstoperationen. Wie etwa der Hack der Belgacom, der Angriff auf ein befreundetes Land, mittels dessen die Amerikaner an die Daten des belgischen Telekommunikationskonzerns kommen wollten.

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