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Bud Spencer: Mein Leben, meine Filme : Kein Bösewicht kam ums Leben

Bild: Verlag

Wenn überhaupt, dann trug er einen Dachschaden davon: In den siebziger Jahren führte Bud Spencer gemeinsam mit Terence Hill den harten Italowestern der sechziger Jahre in die Prügelkomödie über. Nun erscheint seine Autobiographie.

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          Eine erste Ahnung davon, dass sich die Menschheit in Problemmacher und Problemlöser teilt, vermittelten uns damals die Filme mit Bud Spencer. Es war ein früher, nachgerade ontologischer Trost, sich im Kino davon überzeugen zu können, dass es die Gestalt des Problemlösers gab. Grundsätzlich, so lernte man, sind die Dinge lösbar und nicht etwa unlösbar. Und es war ja nicht wirklich Gewalt, mit der sie da gelöst wurden. Die Gewalt, die Bud Spencer ausübte - der finale Faustschlag auf den Kopf und die Mehrfachbackpfeife - war eine gewaltlose Gewalt, ein unblutiges Werden und Vergehen, währenddessen der Problemlöser als phlegmatische, aber hochenergetische Comicfigur agierte, die Gerechtigkeit widerfahren ließ, ohne dass dies zu skrupulösen Gedankengängen über die dialektische Verschränkung von Gut und Böse Anlass gegeben hätte. Bei Bud Spencer wie bei Obelix: Dem Reinen ist alles rein.

          Christian Geyer-Hindemith
          Redakteur im Feuilleton.

          Gemeinsam mit Terence Hill führte Bud Spencer den harten Italowestern der sechziger Jahre in die Prügelkomödie über, in der gestorben wurde, als stürbe man nicht. 1970 der Durchbruch mit dem Film „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, dessen unmittelbare Fortsetzung der hierzulande meistgesehene Film der siebziger Jahre wurde: „Vier Fäuste für ein Halleluja“. Der Ausbau des Italowesterns zum sperma- und blutfreien Comic-Western war zunächst dem Anliegen geschuldet, die Zielgruppe zu vergrößern.

          Mehr vom selben

          In Bud Spencers Worten, der unter seinem Geburtsnamen Carlo Pedersoli vor seiner Filmkarriere als nationaler Schwimm-Champion berühmt geworden war: „Der Italowestern hatte in punto Qualität den entscheidenden großen Sprung nach vorn gemacht (oder auch zurück, je nach Sichtweise). Ein Duell gab es immer noch, aber dieses wurde so ins Lächerliche gezogen, dass die Leute im Kinosaal lachten und pfiffen. Kein Bösewicht kam dabei ums Leben. Wenn überhaupt, trug er einen Dachschaden davon, weil ihm meine Fäuste beim ,Dampfhammer' auf den Kopf krachten. Die italienischen Familien gingen daher gemeinsam ins Kino, um sich ,Die rechte und die linke Hand des Teufels' anzuschauen - es war einfach ein großes Kinovergnügen für Jung und Alt.“

          Filmisches Schaffen als Maßnahme der Familienzusammenführung: Für Bud Spencer war „das Lachen der Kinder und die Tatsache, dass ihre Eltern unbesorgt mit ihnen ins Kino gehen konnten, da sie wussten, dass es in unseren Filmen kein Blut, keinen Sex und nichts Vulgäres geben würde, nicht etwa eine nette Nebensächlichkeit, sondern ein zentraler Wert, auf den wir unsere Arbeitsphilosophie gründeten.“

          Man ist umso mehr geneigt, dem Autor zu glauben, als er uns in seiner Autobiographie auf der anderen Seite zu verstehen gibt, sich nie für einen großen Schauspieler gehalten zu haben. Seine Auftritte funktionierten nach dem Prinzip: mehr vom selben. Aber dieses selbe gefiel. Weil es nicht mehr sein wollte, als es war: Imitationskino eines schlagkräftigen Illusionskünstlers. Sein Buch verkauft sich wie warme Semmeln. Da ist ein Mann seinen Weg gegangen. Man spreche nicht von Klamauk.

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