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: Alberichs grause Arbeit in den Dörfern der Somme

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Am 16. März des Jahres 1917 zog der deutsche Stabsoffizier Armin Stäbler mit seinen Kameraden durch das Dörfchen Croisilles an der Somme. Das Foto, das Stäbler damals machte, zeigt einen wohlgeordneten Trupp, der sich gemächlich über die Dorfstraße auf die Kirche in der Ortsmitte zubewegt. Weit und breit ist kein Feind in Sicht.

          Am 16. März des Jahres 1917 zog der deutsche Stabsoffizier Armin Stäbler mit seinen Kameraden durch das Dörfchen Croisilles an der Somme. Das Foto, das Stäbler damals machte, zeigt einen wohlgeordneten Trupp, der sich gemächlich über die Dorfstraße auf die Kirche in der Ortsmitte zubewegt. Weit und breit ist kein Feind in Sicht. Am folgenden Tag fotografierte Stäbler sein Regiment nach getaner Arbeit. Jetzt stehen die deutschen Soldaten inmitten einer Trümmerlandschaft: Die Kirche ist vom Erdboden getilgt, sämtliche Häuser sind nahezu vollständig zerstört, kein Stein steht mehr auf dem anderen.

          Vier Tage zuvor hatte ein junger Stoßtruppführer den Befehl erhalten, mit seinen Leuten den Rückzug seines Regiments über die Somme zu sichern. Auf seinem Fußmarsch kommt er durch Dörfer, die ihm wie "Tollhäuser" erscheinen. Was Stäbler fotografisch dokumentierte, ist in Ernst Jüngers "Stahlgewittern" literarisch festgehalten: "Ganze Kompanien stiessen und rissen Mauern um oder sassen auf den Dächern und zertrümmerten die Ziegel. Bäume wurden gefällt, Scheiben zerschlagen; rings stiegen von gewaltigen Schutthaufen Rauch- und Staubwolken auf. Man sah Leute in den von Einwohnern zurückgelassenen Anzügen und Frauenkleidern, Zylinderhüte auf dem Kopf, umherrasen. Sie fanden mit zerstörerischem Scharfsinn die Hauptbalken der Häuser heraus, befestigten Seile daran und zogen mit taktmäßigem Geschrei so lange, bis alles zusammenprasselte ... Bis zur Siegfriedstellung war jedes Dorf ein Trümmerhaufen, jeder Baum gefällt, jede Straße unterminiert, jeder Brunnen verseucht, jeder Flusslauf abgedämmt, jeder Keller gesprengt oder durch versteckte Bomben gefährdet, jede Schiene abgeschraubt, jeder Telefondraht abgerollt, alles Brennbare verbrannt; kurz, wir verwandelten das Land, das den vordringenden Gegner erwartete, in eine Wüstenei".

          Als Stäbler seine Fotografien macht und Jünger deutsche Soldaten in Frauenkleidern sich in ein von der Generalität angeordnetes und später beharrlich geleugnetes Kriegsverbrechen stürzen sieht, ist das "Unternehmen Alberich" in vollem Gang: Beim Rückzug in die Siegfriedstellung hatten die deutschen Truppen den Auftrag erhalten, das gesamte Gebiet zwischen dem alten Frontverlauf und dem neuen Verteidigungssystem zu verwüsten. Der Feind sollte nichts als verbrannte Erde vorfinden. So wurden 280 Dörfer dem Erdboden gleichgemacht, während in der Heimat weiter an der Legende gestrickt wurde, der deutsche Soldat rette an der Somme französische Kulturgüter vor dem blindwütigen Beschuss der Briten und Franzosen.

          Noch 1917 wurde ein Bild- und Filmamt gegründet, bei dem die Oberste Heeresleitung Filme mit Titeln wie "Bei unseren Helden an der Somme" bestellte. Tausende von Fotografien und Zeitungsartikeln, so schreibt der Historiker Gerd Krumeich in dem Sammelband "Die Deutschen an der Somme", wurden in der Heimat veröffentlicht, um den Vorwurf zu bekräftigen, die Franzosen selbst seien für die ungeheuerlichen Verwüstungen verantwortlich.

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