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Akademie der Schönen Künste: Kunst in Ost und West seit 1989 : Es geht auch ohne Grabenkämpfe

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Bild: Wallstein

Die Deutungshoheit über die Geschichte obliegt nicht dem Sieger der Deutschen Wiedervereinigung. Zumindest nicht, wenn es sich um die Bedeutung von Kunst geht. Vorreiter der Anerkennung ist dabei der künstlerische Nachwuchs.

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          In der Regel halten die Sieger die Deutungshoheit über die Geschichte. Im Fall des Zusammenwachsens der Kunst aus Ost und West nach 1989 steht das Urteil nicht eindeutig fest; schon gar nicht mit einer These, wie sie in Westdeutschland umging, dass authentische Kunst nur unter den Bedingungen politischer Freiheit entstehen könne. Um den Stand der Entwicklung zu erfassen, lud die Bayerische Akademie der Künste Kenner wie Eduard Beaucamp, Dieter Bartetzko, Reiner Kunze, Peter Gülke, Siegfried Matthus oder Joachim Herz zu einer Tagung ein. Die Vorträge sind nun in einem Sammelband erschienen.

          In ihnen klingt an, dass Künstler aus dem Osten mittlerweile immer leichter Anerkennung finden. Nach 1989 standen vor allem Schriftsteller unter dem Verdacht, ihre Werke der DDR-Erwartung angepasst zu haben. Reiner Kunze untermauert die Schwierigkeiten mit eigenen Erfahrungen. Auch in der bildenden Kunst musste Missbilligung überwunden werden, die sich aus dem alten Grabenkampf zwischen Formalismuskritik und dem Nihilismusvorwurf gegen abstrakte Kunst zeugte.

          Vor allem der künstlerische Nachwuchs überwindet die alten Positionen mit Leichtigkeit. Es herrscht großes Interesse an figurativer Malerei, nicht zuletzt durch den weltweiten Erfolg der Neuen Leipziger Schule. Oper und Theater waren schon zu Ost-Zeiten frei von Komplexen und ihrer Bedeutung gewiss, was sich nach der Wende fortsetzte. Und in der Architektur scheint sich geradezu ein gemeindeutscher Geist breitzumachen, der sich in einem allgemeinen Ressentiment gegen alles bündelt, was zeitgenössische und experimentelle Architektur angeht.

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