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Bücher zur Mondlandung : Ausflugsziele für Erdtrabant-Touristen

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Zurück zur Erde: Die Landefähre von Apollo 11 auf dem Weg zur Kommandokapsel in der Mondumlaufbahn. Bild: Science Photo Library

Vor fünfzig Jahren tat Neil Armstrong seinen kleinen Schritt, der ein großer für die Menschheit sein sollte: Bücher aus Anlass des bevorstehenden runden Jahrestags der ersten bemannten Mondlandung.

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          Der Mond hat sich als „Friedhof der Gelehrten“ einen Namen gemacht – wegen all der Krater, die nach verstorbenen Entdeckern und Gelehrten benannt worden sind. Nach dem altgriechischen Philosophen Demokrit beispielsweise, dem schwedischen Entdeckungsreisenden Sven Hedin, dem österreichischen Physiker Christian Doppler, dem Weltbürger Albert Einstein, dem deutschen Physiker Max Born oder dem ersten Menschen auf dem Mond, Neil Armstrong. Lange hat auf diesem Friedhof tatsächlich Friedhofsruhe geherrscht – bis von Menschen gefertigte Objekte entweder hart auf dem Mond aufschlugen oder vergleichsweise sanft auf ihm landeten und dort blieben.

          Zu diesen Objekten gehört auch die amerikanische Flagge, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin vor fünfzig Jahren im Mare Tranquillitatis – dem Meer der Ruhe – hissten, ebenso die Startplattform, von der aus die Mondlandefähre von Apollo 11 zur Mondumlaufbahn zurückkehrte, so dass Armstrong und Aldrin zusammen mit Mike Collins den Rückweg zur Erde antreten konnten.

          Hinterlassenschaften auf dem Mond

          Die Relikte von Apollo 11 werden vielleicht einmal zu Ausflugsziele zukünftiger Mondtouristen. Doch sie waren längst nicht die ersten Artefakte, die den Erdtrabanten erreichten. Fünfzig Jahre nach der ersten Landung von Menschen auf dem Begleiter der Erde verknüpfen diese Hinterlassenschaften die Helden von gestern mit der Neugierde wohlhabender Leute, die es sich eines Tages nicht nehmen lassen werden, dieser Vergangenheit als astronautische Touristen nachzuspüren.

          Zur Architektur, so schreibt Paul Meuser in einem originellen „Architekturführer Mond“, der anlässlich des fünfzigsten Jahrestages der ersten bemannten Mondlandung am 20. Juli 1969 erschienen ist – der Ausstieg aus der Mondlandefähre erfolgte nach europäischer Zeit in den frühen Morgenstunden des 21. Juli –, gehörten im weiteren Sinne nicht nur Gebäude. Man könne alle Objekte dazu zählen, die erstens aus der Werkstatt von Ingenieuren stammen und als räumliche Gebilde nach statischen Gesetzen konstruiert, (mehr oder weniger) nach ästhetischen Prinzipien gestaltet und deren Standorte zudem kartiert sind.

          Sturz nach Plan auf den Trabanten

          Und es sind erstaunlich viele architektonische Relikte in diesem Sinn, die der Mond zu bieten hat – Messgeräte, die von Astronauten aufgestellt wurden, das chinesische Roboterfahrzeug Jadehase 2 auf der Rückseite des Mondes oder die zahlreichen Mondorbiter, die gezielt zum Absturz gebracht wurden. Meuser stellt diese Fülle von Objekten auch mit zahlreichen Fotos und Grafiken vor. Das Buch ist eine Fundgrube auf einem Gebiet, das bisher ein Schattendasein geführt hat.

          Wegen der strengen Beschränkung auf die Mondarchitektur hat der Autor auch einige der denkwürdigen Stationen des Apollo-Programms übersprungen, die auf dem Mond keine Spuren hinterlassen haben. Apollo 8 gehört dazu – die erste Umrundung des Erdtrabanten durch Astronauten; und dass die Astronauten von Apollo 13 nach der Explosion eines Tanks tagelang um ihre sichere Rückkehr zur Erde bangen mussten, ist für das Buch unerheblich. Der Autor beschränkt sich darauf zu erwähnen, dass die dritte Stufe der Saturn-Trägerrakete damals nach Plan auf den Mond stürzte. Ein Objekt mehr.

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