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: 15 ziemlich fiese Rhetoriktricks

  • Aktualisiert am

Die Integrität des Gegners

in Zweifel ziehen

Sie verdächtigen Ihren Gegner, seine eigenen Grundsätze nicht zu befolgen: "Sie verlangen von uns allen ökologisches Verhalten. Aber zur Diskussion sind Sie mit dem Flugzeug angereist." Sie unterstellen ihm, ein verkniffener Moralapostel zu sein.

Nebensächlichkeiten aufblasen

Nebensächlichkeiten werden hochgespielt, so dass der Zuhörer die Hauptsache (die eigentliche Absicht) nicht erkennt.

Moralisch werden

Eine der besten, schärfsten und unfairsten Waffen im Wortgefecht ist die Moral. "Wer nach Tschernobyl immer noch Atomkraftwerke fordert, spuckt auf die Gräber der Atomtoten." "Wer die Organisationsstruktur des Unternehmens ändert, zerstört es und tritt das Erbe unserer Väter mit Füßen." Pfiffiger noch ist es, die Moral mit einer rhetorischen Frage ins Spiel zu bringen. "Wollen Sie in Kauf nehmen, dass unsere Mitarbeiter Hartz-IV-Empfänger werden?" "Glauben Sie, Sie werden Ihrer Verantwortung gegenüber Ihrem Kleinkind gerecht, wenn Sie es mit einem Jahr in fremde Hände geben?"

Mimen Sie den

großzügigen Strategen

Fakten und Zahlenmaterial, die Ihre Thesen in Frage stellen, werden als Ausdruck kleinlicher Buchhaltermentalität und als "kleinkariert" abgetan. "Die große Linie ist gefragt." Beharrt der Gegner trotzdem auf Details, könnte man ihn folgenderweise mundtot machen: "Die Einzelheiten wurden selbstverständlich auch geprüft. Um Sie nicht zu langweilen, habe ich zunächst nur das Wichtigste vorgetragen. Auf Wunsch legen wir das Zahlenmaterial selbstverständlich gerne auf den Tisch."

Geben Sie den Sorgfältigen,

der Details nicht vernachlässigt

"Ihr Argument ist mir einfach zu ungenau." Auch mit der Floskel "Das ist schnell dahergesagt" nimmt man dem Gegner schnell den Wind aus den Segeln. Denn: Der Teufel steckt oft im Detail. Noch geschickter: "Ich wehre mich gar nicht gegen den Vorschlag. Nur scheint er mir nicht sorgfältig durchgerechnet zu sein."

Wird die Taktik geschickt angewendet, steht der Gegner schnell als Schwätzer da.

Gute Floskeln

für schlechte Argumente

Wenig fundierte Argumente können glaubwürdiger wirken, wenn sie geschickt ergänzt oder eingeleitet werden. Beispiel: "Es muss doch einleuchten - jedenfalls wird es jeder mit gesundem Menschenverstand bestätigen -, dass . . ."

Der Trick mit dem Konjunktiv

Mit der Konjunktivfrage nützt man aus, dass Menschen gerne über die Zukunft sinnieren. "Was würden Sie tun, wenn Sie nächste Woche fünf Millionen Euro gewinnen?" Autor Wolf Ruede-Wissmann prophezeit: "90 Prozent der so Befragten reagieren auf die Konjunktivfrage, erzählen von ihrer Traumvilla und ihrem künftigen Sportwagen. Auf diese Fragen geben die Leute oft mehr von sich preis, als ihnen lieb ist. Dabei ist die richtige Antwort eines ausgebufften Rhetorikers doch: Ich beschäftige mich nicht mit hypothetischen Fragen."

Fragen kontern

oder elegant abwehren

Grundsätzlich gilt das Prinzip: "Wer fragt, der führt - wer antwortet, wird geführt." Ein geschickter Gesprächspartner sagt erst einmal gar nichts, oder er antwortet mit einem anderen Thema. Nicht zu verachten ist auch die Gegenfrage à la "Ja. Warum?" Oder die Herabwürdigung des Fragestellers: "Die Information kann ich Ihnen geben, aber was machen Sie damit?" Statt der Gegenfrage ist natürlich auch die Killerantwort möglich. "Da muss ich erst einmal in Ruhe nachdenken" lautet eine Version. Diese Antwortform müsse man beherrschen wie die tägliche Begrüßung, sagt Ruede-Wissmann, denn dies sei eine überaus wirksame Form, unangenehme Fragen abzuwehren.

Literatur, aus der die Vorschläge stammen:

Wolf Ruede-Wissmann: Bullfighting. Die härteste Kampf-Rhetorik. So besiegen Sie Ihre Feinde, Signum, 175 Seiten, 19,90 Euro

Gloria Beck: Verbotene Rhetorik. Die Kunst der skrupellosen Manipulation, Eichborn, 347 Seiten, 22,90 Euro

Knill.com. Die Website der Schweizer Kommunikationsberatung Knill.

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