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Nina Wegers Kinderkrimireihe : Was sagt die Krähe?

  • -Aktualisiert am

Nina Weger: „Die sagenhafte Saubande - Kommando Känguru“. Friedrich Oetinger Verlag, Hamburg 2014. 224 S., geb., 9,95 €. Ab 8 J. Bild: Oetinger

Mit ihrer Kinderkrimireihe „Die sagenhafte Saubande“ kombiniert Nina Weger Kriminal- und Tiergeschichte. Der erste Fall, die Entführung einer Kängurudame, wirkt allerdings inkonsequent und konstruiert.

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          Kinderkrimis sind ein Dauerbrenner auf dem Buchmarkt, ständig erscheinen neue Reihen. Nun schickt die Autorin Nina Weger mit „Kommando Känguru“ den „Drei Fragezeichen“, vier „TKKG“-Detektiven und „Fünf Freunden“ die sechs Mitglieder ihrer „Saubande“ (zwei Kinder, vier Tiere) hinterher.

          Das Bindeglied der Freundschaft und ein mehr oder weniger kniffliger Kriminalfall sind genrekonform Ehrensache. Hinzu kommt die Geschichte des neunjährigen Matheo, der als einziger Mensch mit Tieren sprechen kann. Und das erweist sich als recht praktisch, denn der Junge tritt als Vermittler innerhalb der Gruppe auf. Diese Paarung von Kriminal- und Tiergeschichte ist geschickt. Denn die Fähigkeit, Tiere zu verstehen, ist zwar sowohl beim Freundschaftschließen wie auch beim Aufdecken des Kriminalfalls nicht zwingend erforderlich, aber doch dem Handlungsgerüst dienlich.

          Charakterlich begrenzt

          Anfangs wird der Leser mit der Rahmenhandlung noch direkt abgeholt: Verschrobene Charaktere wie die schrille Tante Ulla machen die Außenseitergeschichte vergnüglich, ebenso die sprechenden Tierfiguren: Von der Professorenkrähe über den defätistischen Frustkater bis hin zum bestechlichen Spürschwein wird ein bunter Strauß an Charakteren aufgeboten.

          Mehr Konsequenz dabei hätte den Tierfiguren allerdings gutgetan. Schwerer wiegt, dass der Kriminalfall, die Entführung einer Kängurudame, stellenweise arg konstruiert daherkommt. Das zeigt sich etwa an unstimmig inszenierten Gestalten wie dem Direktor, der zunächst als berechnender Mann der Tat und kurz darauf als überforderte Trantüte auftritt. Die Kinderkrimi-Bande muss nicht nur verkraften, dass das Mädchen Polly die Tiere nicht versteht und somit in letzter Konsequenz immer ausgeschlossen bleibt, auch sind die Charakterzüge der Protagonisten auf ein überschaubares Inventar begrenzt.

          Ist für die Saubande alles verloren? Warten wir den nächsten Band ab. Denn dass Nina Weger prägnante Figurenzeichnung durchaus beherrscht, bewies sie in ihrem Erstling „Helden wie Opa und Ich“.

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