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Neues von Axel Scheffler und Julia Donaldson : Übereifer in der Brüllstunde

  • -Aktualisiert am

Bild: Beltz & Gelberg

Niemand kann so liebevoll kleine Abenteuerfreunde zeichnen wie der große Kinderbuchkünstler Axel Scheffler. Leider hat sein neues Werk „Zogg“ ein blödes Ende, und Julia Donaldsons Reime sind schlimmstholprig übersetzt.

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          Wie mache ich's, dass ich gefährlich werde? Das ist ja keine ganz leichte Sache, noch nicht einmal für einen Drachen. Und am wenigsten für einen übereifrigen Orangendrachen wie den kleinen Zogg. In der Drachenschule ist er immer vorn dabei, streckt die Kralle stets am höchsten, bei der ersten Flugstunde schwirrt er herrlich herum, macht erstaunliche Figuren, fliegt auf dem Rücken, mit geschlossenen Augen, alles, um die Lehrerin zu beeindrucken, und - boing! - ist ein Baum im Weg.

          Der Aufprall ist heftig, eine Rabenfamilie wirft es beinahe aus ihrem Nest. Doch dem kleinen Zogg im Pech kommt immer ein kleines Mädchen zu Hilfe. Hier hilft sie mit einem schnellen Pflaster, nach der übermotiviert absolvierten Brüllstunde mit einem Pfefferminzbonbon, nach der Feuerspuckstunde, bei der sich das eifrige Drachenkind selbst entzündet hat, mit einem Mullverband. Aber gefährlich -, also so richtig gefährlich wirkt Zogg noch immer nicht.

          Das verdirbt das ganze Buch

          Die Bilder des großen Kinderbuchkünstlers Axel Scheffler, des Schöpfers des „Grüffelo“, des „Riesen Rick“, von „He Duda“ und „Flori Flunkerfisch“, sind auch in diesem neuen Buch ein echtes Farbenfest. Niemand kann so liebevoll kleine Abenteuerfreunde zeichnen wie er. Leider endet die Geschichte mit einem blöden Ritterschmarrn mit angestrengtem Gegenwarts- und Weltrettungsbezug, der selbst kleine Leser und Superfans der Kunst von Scheffler und der Texterin Julia Donaldson nicht überzeugt. Außerdem ist die Übersetzung der Verse diesmal ein echtes Zwangsreim- und Rhythmusdesaster. Der Beltz-Verlag experimentiert da seit einer ganze Weile mit verschiedenen Übersetzern herum. Der aktuelle - Thomas Eichhorn - ist der bislang mit Abstand schlechteste.

          Das verdirbt leider das ganze Buch, weil es natürlich ein Vorlesebuch ist. Und diese zusammengezwungenen Holperverse haben einfach auf keiner Seite einen Fluss, haben keinen Rhythmus, keinen Witz. Das Finale geht so: „,Oh', sagte Zogg, ,das ist ja fein.' Auf und davon sie ziehn - und fliegen fröhlich alle drei im leichten Wind dahin.“ Schade, dass Zogg bis zum Ende ein so ungefährlicher Drache bleibt. Sonst hätte man ihn zur Übersetzer-Schulung ins Verlagshaus schicken können.

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