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Kveta Pacovskás Bilderbuchklassiker „Eins, fünf, viele“ : Auf dieses Nilpferd kann man zählen

Bild: Michael Neugebauer Edition

Wie man mit allen Sinnen rechnen kann, führt die große Illustratorin Kveta Pacovská vor: Ihr Klassiker „Eins, fünf, viele“ liegt endlich in einer neuen Prachtausgabe vor.

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          Dieses Buch hat mehr Jahre auf dem Buckel, als man mit ihm zählen lernen kann. Denn das Buch geht bis zehn, aber es erschien bereits vor zwanzig Jahren zum ersten Mal, damals noch bei Ravensburger. „Eins, fünf, viele“ heißt es, und es gewann damals sofort den Deutschen Jugendliteraturpreis. Und dass seine Autorin, die Tschechin Kveta Pacov-ská, 1992 die wichtigste Kinderbuchauszeichnung der Welt, den dänischen Hans-Christian-Andersen-Preis, erhielt, ist auch maßgeblich diesem Meisterwerk zu verdanken. Was für eine Schande also, dass das Buch so lange vergriffen war.

          Andreas Platthaus
          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Aber nun ist es wieder da, und das noch schöner als zuvor. Die verbilligten Drucktechniken in Fernost haben eine Ausstattung ermöglicht, die dieses Juwel funkeln lässt, als wäre es ganz neu geschliffen worden. Hochglänzend sind die unterschiedlich dicken, oft auch gefalteten Seiten, auf denen ein Nilpferd als Identifikationsfigur für die kleinen Leser einen Vogel trifft, der ihm die Zahlen beibringt. Dieser Vogel ist aber auch ein Clown, wenn er seinen Körper in solch groteske Formen zwingt, dass er selbst die Zahlen darstellt. Unter diesen Verrenkungen sind kleine, in Blindprägung ausgeführte bunte Punkte abgedruckt – immer so viele, wie die Zahl bezeichnet. Man kann sie betasten, um das Zählen auch zu spüren. Dieses Buch ist ein veritabler Handschmeichler.

          Man muss nicht bis einundachtzig zählen, um dieses Buch zu lieben

          Kveta Pacovská ist schon ziemlich alt, einundachtzig. Bis dahin muss man aber nicht zählen lernen, um ihr Buch zu lieben. Die Illustratorin hat ein ewig junges Werk geschaffen, das mit allem spielt, was Zahlen sein können: Würfelpunkte, Wörter, Symbole, Finger, Menschengruppen und noch mehr. Und das Buch spielt auch mit allem, was Bücher sein können: Es gibt aufklappbare Fenster, ausgestanzte Flächen in Zahlenform, die – je nachdem, ob man vor- oder zurückblättert – mit kleinen Tricks das Zählen lehren; es gibt aber auch aufklappbare Köpfe, die den Bauch einer personifizierten Acht füllen, und wenn man die Köpfe öffnet, dann verbirgt sich hinter jedem eine andere Zahl: von 1 bis 8.

          So lernt man kinderleicht, weil die Entdeckerfreude antreibt. Ein Jammer, dass es nicht einen zweiten Band gibt, der uns bis zur Zwanzig vorantreibt.

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