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„Es war einmal ein Mann“ von James Krüss und Anke Kuhl : Von nun an in bester Gesellschaft

Bild: Boje

Als das Gedicht „Es war einmal ein Mann“ von James Krüss vor 46 Jahren ein erstes Mal als Bilderbuch erschien, war es ein Strichmännchen, das Hilde Hoffmann auf die Reise schickte. Jetzt hat Anke Kuhl neue Bilder dafür gefunden.

          Die Kinder aus dem Jahr 1967, als James Krüss den Text zu dem Bilderbuch „Es war einmal ein Mann“ schrieb, sind längst groß und haben selbst welche (oder noch immer Spaß an Bilderbüchern). Da kann man so ein Buch schon mal neu auflegen, denn das alte Exemplar ist zerfleddert oder auf Nimmerwiedersehen verliehen. Es ist ja auch zu schön, wie Krüss in 48 gereimten Versen die Wandlung eines Mannes vom Nörgler zum Menschenfreund beschreibt. Das kann man wunderbar vor- und immer wieder lesen: „Es war einmal ein Mann, / der hatte einen Zahn. / Der Zahn, der tat ihm weh. / Da sprang er in den See.“ Und so weiter.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Diesen Mann hatte Hilde Hoffmann vor 46 Jahren als Strichmännchen gezeichnet, wie sie damals modern waren. Es zog durch große bunte doppelseitige Szenerien, bis es endlich sein Strichmädchen fand und nicht mehr einsam und verbittert war. Anke Kuhl dagegen, die nun die Illustrationen der Neuausgabe besorgt hat, geht anders vor. Sie zeichnet eher rund-karikaturesk, wie es heute modern ist, ein wenig im Stil von Axel Scheffler oder Jutta Bauer, bricht die Seiten bisweilen comicartig in mehrere Bilder auf - vor allem aber gesellt sie dem Mann eine größer werdende Schar von Begleitern hinzu, denn nach jeder Seite findet sich irgendein Lebewesen daraus, das mit ihm weiterzieht. Kurz vor Schluss ist daraus eine Polonaise geworden, die vom Teufel bis zur Quadrigakutscherin des Brandenburger Tores reicht.

          Das ist so witzig zu betrachten, dass der Text darüber fast zur Nebensache wird. Fast natürlich nur, denn Krüss bleibt zeitlos.

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