Reime von Annie M. G. Schmidt :
Mit Karl-Klaus ist nicht zu spaßen

Lesezeit: 4 Min.
Annie M. G. Schmidt: „Ein Teich voll mit Tinte“. Reimgeschichten.
Mit Bildern von Sieb Posthuma. Aus dem Niederländischen von Christian Golusda. Moritz Verlag, Frankfurt am Main 2016. 56 S., geb., 15,95 €. Ab 5 J.
In den Niederlanden sind Annie M. G. Schmidts Kindergedichte Klassiker – auf Deutsch gab es sie bislang nicht. Nun ist „Ein Teich voll mit Tinte“ als wundervoll illustrierter Band voller Reimgeschichten erschienen.

Isabella Caramella hat es faustdick hinter ihren kleinen Ohren. Oder nein, doch nicht sie. Sie badet ja nur ihren kleinen Fratz. Wer wissen will, was eigentlich aus Fräulein Siebenzehn geworden ist, die keine Kinder mag, oder aus Herrn Achterbacke mit der fiesen Karojacke, der sollte mal besser Karl-Klaus fragen. Karl-Klaus ist Isabellas Krokodil. Und er scheint großen Appetit auf Spielverderber, Spaßbremsen und Erwachsene im Allgemeinen zu haben. Dass aber Isabella Caramella durchaus zu nutzen weiß, welcher Vorliebe Karl-Klaus frönt, verrät allein der kokett-wissende Augenaufschlag, den Sieb Posthuma der Göre ins Gesicht gezeichnet hat: ihre Augenbraue nicht weniger spitz als die Zahnreihen des fröhlichen Ungetüms, in denen sich Frau Direktor Dickmadam verklemmt hat.

Ohne Abo weiterlesen
Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.