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„Die Schattenträumerin“ von Janine Wilk : Venedig droht zu versinken

  • -Aktualisiert am

Bild: Thienemann

Albträume, ein mysteriöser Tod, ein Fluch, ein Buch: In Janine Wilk Jugendroman „Die Schattenträumerin“ kämpft eine junge Deutschitalienerin in Venedig gegen dunkle Mächte.

          Die Deutschitalienerin Francesca ist alles andere als begeistert, dass sie die Weihnachtsferien im Palast der Medici in Venedig verbringen soll, weil ihre Großmutter Fiorella sie unbedingt sehen will. Francescas Unwille ist verständlich, denn sie weiß aus Erfahrung, dass die Albträume, die sie von klein auf Nacht für Nacht plagen, in Venedig immer am schlimmsten sind.

          Tatsächlich empfängt die Stadt sie düster und kalt, der Umgang mit ihrem fiesen Cousin ist keine Freude, und als sie dann auch noch von einem Fluch erfährt, der seit Jahrhunderten auf ihrer Familie, den Medici, lastet, scheinen ihre Albträume plötzlich Realität zu werden. Zumal hinter jeder Enthüllung eine neue Frage lauert: Was hat der Antiquar Baldini mit dem Fluch zu tun, und welche Rolle spielte er beim mysteriösen Tod ihres Großvaters? Was hat es mit jenem obskuren mittelalterlichen Buch auf sich, das gar den Kontakt mit einem Dämon ermöglichen soll? Fest steht immerhin: Als Letzte der Medici kann allein Francesca den Fluch brechen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, und bald liegt nicht mehr nur ihr eigenes, sondern das Schicksal ganz Venedigs in ihren Händen. Gemeinsam mit ihrer sturen Großmutter und ihrer Cousine Gianna muss sich Francesca auf die Spur ihrer Vorfahren begeben und sich den dunklen Mächten stellen, wenn sie den Untergang der Stadt aufhalten will.

          Man muss sie einfach lieben

          Janine Wilk schildert den Kampf Francescas vor einer faszinierenden Kulisse überaus spannend und actionreich - auch wenn sie hier und da des Guten zu viel tut und die Ereignisse allzu rasch aufeinanderfolgen lässt. Auf manches Klischee hätte man ebenfalls gern verzichtet.

          Vielleicht ist es am Ende nicht nur Francesca, die allem kindlichen Albdruck zum Trotz ihre Liebe zu Venedig entdeckt. Denn es gelingt der 1977 in der Nähe Pforzheims geborenen Autorin durchaus, ein lebendiges Bild der oft beschriebenen Stadt zu zeichnen und den Leser mit sicherer Hand durch die Szenerie von Markusplatz, Campanile und Dogenpalast zu führen. Und nebenbei ihrer in zwei Kulturen wurzelnden Heldin eine klassische Identitätssuche zu bescheren, in einer Familie, deren Charaktere vielschichtig und interessant gezeichnet sind und in der jeder seinen eigenen Kopf und seine kleinen Macken hat

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