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Der Ratgeber „Über das Halten von Eichhörnchen“ : Der Affe unserer Wälder

Bild: Jacoby & Stuart

1910 ist er erstmals in London erschienen, Harry Rowohlt hat ihn ins Deutsche übertragen, Axel Scheffler illustriert: Man sollte den Ratgeber „Über das Halten von Eichhörnchen“ vielleicht nicht befolgen, lesen allerdings unbedingt.

          Es hat nicht durchweg einen guten Ruf. Manche halten es sogar für den Teufel in Person. Wenig geheuer scheint seine Fähigkeit, sich blitzschnell unsichtbar zu machen. Dabei ist sein Leben so schon schwer genug: Nicht nur Skatspieler, wir alle erinnern uns, wenn es zäh vorangeht, automatisch an seinen mühsamen Nahrungserwerb. Bloß Kinder lieben das Eichhörnchen vorbehaltlos und ohne Ausnahme. Wie gern hätten sie es Tag und Nacht um sich.

          Jörg Albrecht

          Verantwortlich für das Ressorts „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Was im Zweifelsfall alles zu beachten wäre, wenn man den „Affen unserer Wälder“ (Friedrich von Tschudi) ins Haus holen wollte, zählt ein geradezu kanonischer Text auf, der 1910 erstmals in London erschienen ist: „How To Keep A Pet Squirrel“. Harry Rowohlt hat ihn ins Deutsche übertragen, Axel Scheffler illustriert.

          Die beiden sparen, wie das englische Original, nicht mit nützlichen Ratschlägen. „Es ist nicht nett, wenn man ein Tier fängt, das ein so aktives und unbehindertes Leben führt“, hebt das kleine Nachschlagwerk an. Und fährt fort: Großer Käfig, ausreichend Sägemehl, saubere Füße, sportliche Betätigung, natürlich genügend Nüsse und liebevolle Hinwendung – das alles braucht das Eichhorn, um gesund und munter zu bleiben. „Aber eigenartig sind sie schon“, räumen die Autoren ein.

          Soll man den kleinen Kerl also adoptieren wie Hund und Hamster? Eher nicht. Kann man trotzdem zu diesem pädagogisch fragwürdigen Buch raten? Unbedingt!

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