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Das Bilderbuch „Pieps“ von Tino und Susanne Straßer : Das Tier benimmt sich unmöglich!

Bild: Bajazzo

Das Mädchen Leonie fängt sich eine Maus, und ihre Eltern versuchen sich in biologischer Schädlingsbekämpfung: das herrlich lakonische Bildbuch „Pieps“ von Tino und Susanne Straßer.

          So richtig vorstellen mag man sich ja nicht, warum die kleine Leonie all ihren geliebten großen Tieren eine Maus vorziehen sollte, die auch klein ist. Aber das tut sie, obwohl ein reizender Teddy neben ihr schlummert, ein treues Steckenpferd parat steht, ein Schwimmreifen in Entenform auf dem Boden liegt - nein, es soll partout etwas Kleineres sein. Sogar den Namen hat sie schon ausgesucht hat: „Pieps“ möge die Maus heißen.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Eine Behausung hat Leonie ihr auch bereits gebastelt. Und sich selbst künstliche Mausohren aufgesetzt. Leonie, wie Susanne Straßer sie zeichnet, ist kein Kind von Traurigkeit, obwohl die Mutter keinen Zweifel daran lässt, dass ihr das von der Tochter ersehnte Nagetier nicht ins Haus kommt. Doch ein strategisch geschickt auf dem Fensterbrett plaziertes Stück Käse lockt tatsächlich eine Maus an.

          Große Kinder, große Tiere

          Um sie zu verjagen, holen die Eltern eine Katze ins Haus. Um die wieder loszuwerden, einen Hund. Und als der sich ungebärdig zeigt, wird ein Tiger zu Hilfe gerufen. Dass auch das keine gute Idee war, hätte man Menschen von Vernunft nicht erläutern müssen. Aber Leonies Eltern sind eben große Kinder, die auf große Tiere setzen. Die Geschichte stammt von dem siebenundvierzigjährigen Kinderschriftsteller Tino Bussalb, der hier nur als „Tino“ firmiert.

          Er hat einen herrlich lakonischen Ton: „Tiger sind sehr hungrig. Mit knurrendem Magen streifte der Tiger durch die Wohnung. Er fraß den Kühlschrank leer, er verschlang den Gummibaum mit Stumpf und Stiel, und er verspeiste Papas Bergstiefel. Dann schlief er vor der Haustür ein.“ Das wiederum zeichnet Susanne Straßer in ihren verdrehten Szenerien so köstlich, das man sich am liebsten gleich neben das gesättigte Raubtier legen will. Und mit dem Tiger ist noch nicht einmal Schluss.

          Wer die gängige Mär der Macht von Mäusen kennt, der weiß, was noch kommt und wie die Sache endet. Sei's drum, dieses Buch bereitet großes Vergnügen.

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