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Debütroman von Ulrich Tukur : Endlich geheilt vom bösen Trieb

  • -Aktualisiert am

Schauspieler, Musiker und neuerdings auch Romancier: Ulrich Tukur. Bild: dpa

Verstiegener Plot, verblasener Stil: Ulrich Tukurs erster Roman sucht die finstere Vergangenheit in einer blassen Zukunft und scheitert fulminant.

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          Der Protagonist, zumindest eine seiner tauben Hälften, döst in dieses Buch hinein. Er erwacht in der ersten Zeile in Paris, vielleicht ist es aber auch nur der Beginn eines Traums, der in ein ganz anderes Leben führt. Pauls Blick, man darf sagen: Panther-Blick, wandert also in dem Pariser Hotelzimmer „ziellos und noch von Müdigkeit umschattet über die mit Stuck verzierte Zimmerdecke“ und bleibt „an einem altertümlichen Messingleuchter“ hängen: „Er betrachtete ihn einen Augenblick und fand ihn schön.“

          Da haben wir bereits das poetologische Programm dieses Schnörkelstuck-Romans in nuce. Sein Autor, der Schauspieler und Musiker Ulrich Tukur, findet altertümliches Erzählinventar offensichtlich einfach schön. Vermutlich rechnet er sich gemeinsam mit dem wenige Seiten später auftretenden „Bouquinisten“ auch zu jenen „eigenwillig verrutschten Gestalten, die alte Bücher lieben, deren Zauber sich nur noch ihm und einigen wenigen Menschen erschließt“.

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