Thomas Meyer: Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse :
Das Gesetz der Mutter

Von Beate Tröger
Lesezeit: 3 Min.
Hauptsache, neurotisch: Thomas Meyers Entwicklungsroman im Stile Woody Allens ist eine religiöse Emanzipationsgeschichte - mit zuverlässig witzigen Pointen.

In seinen Tübinger Poetik-Vorlesungen, die 2002 unter dem Titel „Wie man Fanatiker kuriert“ erschienen, erzählt der Autor Amos Oz einen Witz über zwei Stereotype der jüdischen Mütter. Die eine sagt zu ihrem Kind: „Iss dein Frühstück auf, oder ich bringe mich um“, die andere: „Iss dein Frühstück auf, oder ich bringe dich um.“ Mit einer solchen Mutter hat man es auch im Debütroman des 1974 in Zürich geborenen Thomas Meyer zu tun, mit einer Mama, wie sie im Buche steht, deren Regiment man nur über ihre oder über die eigene Leiche entkommt. Ihren fünfundzwanzig Jahre alten Sohn Mordechai Wolkenbruch nennt sie noch immer „Motti“ und schenkt ihm auch dann noch Milch nach, wenn er schon längst keine mehr will.

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