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Autor und „Spiegel“-Redakteur Takis Würger Bild: Sven Doering / Agentur Focus

„Stella“ von Takis Würger : Sag mal, weinst du, oder ist das der Regen?

  • -Aktualisiert am

Relotius reloaded: Hanser blamiert sich mit einem kitschigen Roman über die jüdische Nazi-Kollaborateurin Stella Goldschlag. Der Verlag hat dafür sehr viel Geld ausgegeben, doch wer braucht diesen Schund, der nicht mal als Parodie durchginge?

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          Die Debatte über die Fälschungen des Reporters Claas Relotius hat glücklicherweise auch wieder einmal etwas Aufmerksamkeit auf den sprachlichen Kitsch gelenkt, den manche nach Journalistenpreisen schielende Prosa hervorbringt. Beliebt in Reportagen ist ja der parataktische Bum-Bum-Stil, etwa: „Die Taliban wollen einen Gottesstaat. Die afghanischen Polizisten wollen mit Sommerkorn einen Joint rauchen. Sommerkorn will Taliban wegmachen.“ Das sind Sätze aus Takis Würgers Reportage „Das verlorene Bataillon“, erschienen im „Spiegel“ 2011, ausgezeichnet mit dem deutschen Reporterpreis 2012.

          Jan Wiele

          Redakteur im Feuilleton.

          Weil inzwischen auch manche Literaturverlage so einen Stil offenbar für literarisch halten, konnte Würger 2017 bei Kein&Aber seinen Debütroman „Der Club“ veröffentlichen, eine Sex-and-Crime-Geschichte über junge Snobs zwischen akademischem und Gangstermilieu: „Allein ging ich durch die Straßen von London, spuckte ein wenig Blut auf den Asphalt und fühlte mich gut. Ich war ein Boxer, ein Mann“, heißt es darin etwa, oder auch: „Er lehnte an der Wand neben der Eingangstür und roch nach Bier und Fish&Chips.“

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