Rezension: Belletristik :
Sisyphos zieht in den Krieg

Lesezeit: 9 Min.
Ein vorläufiger Abschied von Licht und Schatten: Albert Camus und sein Versuch über das Absurde in einer neuen Übersetzung

Es gebe nur ein wirklich ernstes Problem, und das sei der Selbstmord. Mit diesem Satz beginnt ein berühmtes Buch, "Der Mythos von Sisyphos". Es wurde im Krieg geschrieben und in Paris, das von deutschen Truppen besetzt war, veröffentlicht. Der Autor hieß Albert Camus. Er hatte schon auf sich aufmerksam gemacht, nur wenige Monate vorher war sein Roman "Der Fremde" erschienen. Dieses Buch sei, so bemerkte Roland Barthes, "ein gesellschaftliches Ereignis" gewesen. Man habe sich mit diesem Roman verbunden gefühlt "wie mit einem dieser vollkommenen und bedeutungsvollen Werke, die an gewissen Wendepunkten der Geschichte auftauchen und einen Bruch, eine neue Empfindungsfähigkeit bekunden". Als wenige Monate darauf "Der Mythos von Sisyphos" vorlag, erklärte Jean-Paul Sartre, es handele sich hier um eine "Theorie des absurden Romans", ein argumentierendes Nachspiel zum "Fremden".

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