https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/neue-buecher-im-herbst-2022-drei-romane-und-das-meer-18237377.html

Romanvorschau auf den Herbst : Die neuen Bücher und das Meer

Eine der Meeresoberflächenaufnahmen des Fotografen Detlef Orlopp, 1988 Bild: Parrotta

„Zur See“, „Auf See“, „Über die See“: Vorschau auf drei Romane des Herbstes von Dörte ­Hansen, Theresia Enzensberger und Mariette Navarro – samt einem Seitenblick auf Thomas Pynchon.

          8 Min.

          Der größte Verkaufserfolg des kommenden Bücherherbstes ist nicht schwierig zu prognostizieren. Dörte Hansen bringt einen neuen Roman heraus, vier Jahre nach „Mittagsstunde“, sieben nach „Altes Land“, und beide Vorgänger hatten die deutschen Bestsellerlisten monatelang angeführt. Das wäre an dieser Stelle, wo es um literarisch bemerkenswerte Belletristik ge­hen soll, nicht weiter relevant, aber die 1964 in Husum geborene Autorin hat ihren kommerziellen Erfolg mit erzählerischen Mitteln erzielt, die sie auch unter ästhetischen Aspekten zu einer Spitzenkraft unserer Literatur machen. Auf „Zur See“ können sich also Publikum und Kritik gleichermaßen freuen. Der Roman erscheint am 28. September bei Penguin.

          Andreas Platthaus
          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Nun will es der Zufall (oder auch das Marketing), dass in derselben Saison zwei titelverwandte Romane erscheinen, beide sogar schon etwas früher: Theresia Enzensbergers „Auf See“ am 22. August bei Hanser und nur zwei Tage danach Mariette Navarros „Über die See“ bei Kunstmann. Was ist da los? Warum treibt es gleich drei Autorinnen zur selben Zeit erzählerisch hinaus aufs Meer?

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Schule für das Leben: Ball der Waffenbrüderschaft im November 1987 in der MfS-Bezirksverwaltung Dresden

          Putin in der DDR : Eine gute Schule für das Leben

          Fünf Jahre arbeitete Wladimir Putin als KGB-Offizier in Dresden. Stasi-Unterlagen aus dieser Zeit verraten mehr über den russischen Präsidenten, als diesem lieb sein dürfte. Ein Gastbeitrag.