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: Moderne Gefühle

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Lena hat ein Studium, das sie nicht begeistert, einen Freund, der sie mittels distanzloser Salamitaktik vom Zusammenziehen überzeugen will, und ausgeprägte Fluchtgedanken. Spontan nimmt sie einen Job in einem Autistenheim in Tel Aviv an, denn sie will sich von allem lösen. "Aber ich bin nicht der ...

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          Lena hat ein Studium, das sie nicht begeistert, einen Freund, der sie mittels distanzloser Salamitaktik vom Zusammenziehen überzeugen will, und ausgeprägte Fluchtgedanken. Spontan nimmt sie einen Job in einem Autistenheim in Tel Aviv an, denn sie will sich von allem lösen. "Aber ich bin nicht der Typ, der in ein Kloster in Indien geht, mir fehlt die Ruhe, um mit dem Ruhigwerden anzufangen." Ruhe findet sie in Israel aber auch nicht. Dafür eine Liebe, die alles andere als einfach und nur mit eigensinniger Anhänglichkeit zu erhalten ist. Theresa Bäuerleins Debüt "Das war der beste Teil des Tages" hat noch mehr zu bieten als die gelungene Darstellung komplexer Gefühle. Es strotzt vor amüsanten Vergleichen, zeichnet ein farbiges Bild der pulsierenden Stadt und beschreibt auch die Probleme, die sich selbst in der dritten Generation nach dem Holocaust zwischen Israelis und Deutsche drängen können, mit viel Feingefühl. Hinzu kommt, dass die sympathisch unzulänglich und verpeilt veranlagte Protagonistin sich einen Mann ausgesucht hat, der nicht ganz das ist, was er zu sein scheint. Dadurch nimmt die Geschichte am Ende noch einmal ordentlich Fahrt auf - einer von vielen guten Teilen dieses vielschichtigen und jederzeit stimmigen Romans. (Theresa Bäuerlein: "Das war der gute Teil des Tages". Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2008. 235 S., br., 7,95 [Euro].) bähr

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