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Roman von Jean Kyoung Frazier : Jeden Mittwoch kommen Gürkchen auf die Pizza

Sie sind so hungrig, die Menschen in Los Angeles: Also bestellen sie sich Pizza, und Jane liefert aus. Bild: Reuters

Kein Ende, keine Versöhnung, keine Hoffnung: Die koreanisch-amerikanische Autorin Jean Kyoung Frazier präsentiert in ihrem Romandebüt eine lebensmüde Erzählerin in gewitzter Prosa.

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          Dies ist ein Roman über eine große Verlorenheit, an der keiner Schuld hat. Das Buch klagt niemanden an, keine Frau, keinen Mann, kein Land, nicht die Geschichte. Die Umstände sind eben so, wie das Leben die Karten verteilt. Geschrieben ist das in leichthändiger Lässigkeit, die den Ernst der Lage nicht verleugnet, aber eher einem Schulterzucken gleicht als einem Aufschrei.

          Verena Lueken
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Verloren ist Jane. Sie ist achtzehn, schwanger, fährt in Los Angeles Pizza aus, lebt bei ihrer Mutter, die sie liebt, mit ihrem Freund, Billy, der sich aufs Baby freut. Jane und Billy haben sich bei einem Treffen von Leuten kennengelernt, die um jemanden trauerten: Treffen mit starkem Kaffee und staubigen Keksen, bei denen sie und Billy die Einzigen waren, die nie weinten. Er hatte beide Eltern bei einem Unfall, sie ihren Vater an den Alkohol verloren. Als Billy zum ersten Mal mit Jane zu deren Mutter nach Hause kommt, ist diese begeistert. Ein netter, ein echter Amerikaner! „Wenn sie nur seinen Namen hörte, hätte sie am liebsten gleich die Nationalhymne gesungen.“ Janes Mutter stammt aus Korea.

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