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: Das Barbie-Girl

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Alexa Hennig von Lange hat für ihre Geschichte der pubertierenden Lelle, "Ich habe einfach Glück", im vergangenen Jahr den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen. In ihrem neuen Buch erzählt sie nun Szenen aus Lelles Kindheit. Die Welt und die Familie sind noch in Ordnung, die kleinbürgerliche Wohnsiedlung mit den gepflegten Vorgärten wirkt idyllisch.

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          Alexa Hennig von Lange hat für ihre Geschichte der pubertierenden Lelle, "Ich habe einfach Glück", im vergangenen Jahr den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen. In ihrem neuen Buch erzählt sie nun Szenen aus Lelles Kindheit. Die Welt und die Familie sind noch in Ordnung, die kleinbürgerliche Wohnsiedlung mit den gepflegten Vorgärten wirkt idyllisch. Zwar stirbt Opa, Lelle schlägt sich den Kopf an der Steintreppe blutig, steckt sich Abdichtgummi in die Nase und muß wegen ihrer Polypen ins Krankenhaus, aber damit ist das Katastrophenregister bereits zu Ende. Prickelnd sind die Spiele mit Gummitieren, Barbies und Zeichentrickfiguren, weil die Mutter sie allesamt ablehnt - sie sieht beim Spielzeug genau so strikt auf die innere, pädagogische, wie auf die äußere Hygiene.

          Mit Tagesmüttern, Geburtstagsparties und Ferienreisen ist der Wohlstands-Kinderalltag in seiner ganzen Harmlosigkeit brav abgekupfert. Ein einziges Mal blitzt ein wenig von der Ironie auf, die den Jugendroman kennzeichnet: als die Lehrerin die Klasse dazu bringt, über Lelle zu lachen. "So ist sie, meine Lehrerin. Sie freut sich, wenn alle lachen." Aber das ist es auch schon. Von kindlicher Gefühlsintensität ist nichts zu spüren. Selbst Lelles Monsterangst beim Schlafengehen oder ihre Betrübnis, als die beste Freundin mit einer anderen spielt, wirken so, als hake die Autorin einen Katalog gängiger Kindheitsmotive ab. Sicher, sie wird das alles selbst erlebt haben, nur hat sie beim Schreiben versäumt, die glänzende Folie abzuziehen, die sie von der Kindheit trennt.

          Ein Satz aus dem Pubertätsroman kehrt fast wörtlich wieder: "Mama hat sich ein Handtuch um den Kopf gebunden und eins in den Rock gesteckt. Das macht sie immer, wenn sie in der Küche steht." Anzunehmen ist, daß die Kapitelchen als Etüden zum Roman entstanden sind und auf dessen Erfolg hin schnell zwischen zwei Buchdeckel mußten. Nur mit vielen Kinderzeichnungen und großzügigstem Layout geben sie überhaupt ein Buch her.

          GUNDEL MATTENKLOTT

          Alexa Hennig von Lange: "Lelle". Mit Zeichnungen der Autorin. Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2002. 78 S., geb., 15,- [Euro]. Ab 8 J.

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