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Rezension: Sachbuch : Wir sind nicht allein

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Reto Schneider erzählt, wie den Astronomen die Entdeckung ferner Planeten gelang

          4 Min.

          "Wenn man nun annimmt, daß sich leerer Raum grenzenlos in alle Richtungen erstreckt und daß sich zahllose Samenteilchen auf unzähligen Bahnen unter dem Anstoß ewiger Bewegung durch das unmeßbare Weltall bewegen, so ist es im höchsten Grade unwahrscheinlich, daß diese Erde und dieser Himmel die einzigen sind, die geschaffen wurden." Was Lukrez vor rund zweitausend Jahren äußerte, klingt modern. Lange Zeit war derartiges Gedankengut allerdings tabu. Giordano Bruno, der die Sonne als nur einen von vielen Sternen ansah, die von zahllosen Erden und anderen Planeten umkreist würden, ist im Jahr 1600 sogar verbrannt worden.

          Daß Lukrez und Bruno mit ihrer Meinung recht hatten, hat sich erst jüngst durch Beobachtungsergebnisse bestätigt. 1992 spürten zwei Astronomen planetengroße Begleiter eines Pulsars auf, die jedoch mit den Planeten unseres Sonnensystems nicht ganz vergleichbar sind. Ihre Entstehung hat nämlich ganz andere Ursachen. Den ersten "richtigen" Planeten außerhalb des Sonnensystems fanden schließlich Michel Mayor und Didier Queloz von der Universität Genf im Jahr 1995. Wie sie den Nachweis führten, daß der Stern 51 Pegasi tatsächlich einen jupitergroßen Trabanten hat, und wie diese Entdeckung eine fieberhafte Suche nach weiteren Planeten auslöste, beschreibt Reto Schneider.

          Die Frage, ob auch andere Sterne als die Sonne von Planeten umkreist werden, hängt mit der viel weiter reichenden Frage zusammen, ob es andere belebte Welten gibt. Leben ist nämlich auf die Bedingungen angewiesen, die nicht auf den Sternen, wohl aber auf den Planeten anzutreffen sein können. Die Trabanten von Sternen sind allerdings für astronomische Verhältnisse außerordentlich klein und über die großen Distanzen des Universums kaum auszumachen. Zudem werden sie, da sie nicht selbst leuchten, von den Sternen vollkommen überstrahlt. Sie beeinflussen aber deren Bahnen, wenn auch nur geringfügig. Schon seit Jahrzehnten versuchen die Astronomen, solche Störungen nachzuweisen. Einige Forscher waren sich eine Zeitlang sogar sicher, auf diese Weise Planeten entdeckt zu haben. Im Jahr 1963 beispielsweise behauptete Peter van de Kamp nach dem Studium von mehr als 8000 Aufnahmen, die Barnards Pfeilstern zeigten, dieser werde von einem Planeten umkreist. Es war der bekannteste Fall mehrerer angeblicher Nachweise, die sich nach gründlicher Prüfung allesamt im Luft auflösten.

          Als Queloz Anfang 1995 bei Messungen an der Sternwarte von Haute-Provence in Südfrankreich feststellte, daß sich der Stern 51 Pegasi um rund hundert Meter pro Sekunde schneller auf die Erde zuzubewegen schien, als er es vier Monate vorher getan hatte, machte er deshalb nicht gleich einen Planeten dafür verantwortlich. Vielleicht hatte der Astronom ja nur den Ausstoß von Gas registriert. Oder pulsierte der Stern? Mayor und Queloz beobachteten weiter - und schlossen eine Möglichkeit nach der anderen aus, bis für sie nur noch ein Planet als Erklärung in Frage kam. Allerdings mußte es ein großer Planet in großer Distanz zum Stern sein, und das durfte es nach den bis dahin verfügbaren Modellen nicht geben.

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