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Rezension: Sachbuch : Romane von gestern - heute gelesen

  • Aktualisiert am

          1 Min.

          Von Januar 1980 bis Juli 1989 erschien in dieser Zeitung wenigstens einmal im Monat die von Marcel Reich-Ranicki betreute Serie "Romane von gestern - heute gelesen". 125 deutschsprachige Erzählwerke, entstanden zwischen 1900 und 1945, waren es schließlich, die in dieser Reihe aufs neue vorgestellt und gedeutet wurden. Von Heinrich Manns "Im Schlaraffenland" (1900), interpretiert von Frank Schirrmacher, und Thomas Manns "Buddenbrooks" (1901), dargestellt von Siegfried Lenz, bis zu Theodor Pliviers "Stalingrad" (Günter Kunert) und Hermann Brochs "Der Tod des Vergil" (Walter Hinderer), beide aus dem Jahr 1945, spannte sich der Bogen. Und von Musil über Döblin, Kafka, Hesse und Schnitzler bis zu Ricarda Huch, Joseph Roth, Jakob Wassermann, Anna Seghers, Ernst Jünger und Elias Canetti waren alle Autoren versammelt, die in diesem Jahrhundert Rang und Namen erwarben. Neben Kritikern und Literaturwissenschaftlern gehörten auch viele Schriftsteller der Gegenwart zu den Deutern ihrer Vorgänger und Vorbilder: So schrieben etwa Martin Walser über Heinrich Lersch, Golo Mann über seinen Vater Thomas Mann und Hermann Burger über Kafka. 1989 und 1990 erschien die Serie in einer drei Bände umfassenden, gebundenen Buchausgabe. Am Ende seines Vorworts notierte Marcel Reich-Ranicki: "So ist vielleicht ein nicht alltäglicher, ein ungewöhnlicher Romanführer entstanden. Wem soll er nutzen? Der Literatur von gestern und den Lesern von heute." Die Sammlung ist jetzt auch in drei Taschenbüchern erhältlich. (Marcel Reich-Ranicki [Hrsg.]: "Romane von gestern - heute gelesen". Band 1: 1900 - 1918. 276 S., br.; Band 2: 1918 - 1933. 380 S., br.; Band 3: 1933 - 1945. 350 S., br.; Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1996. Je 18,90 DM.) F.A.Z.

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