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Rezension: Sachbuch : Hinweis

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          1 Min.

          BEGRIFFSGESCHICHTE. Mit einem Vortrag im Österreichischen Kulturinstitut in London löste der Kunsthistoriker Ernst Gombrich im November 1996 eine Debatte aus, die seitdem nicht zur Ruhe gekommen ist (siehe F.A.Z. vom 7. Mai 1997): Welchen Sinn hat die Rede von "jüdischer Kultur"? Eingeladen, über "jüdische kulturelle Einflüsse im Wien der Jahrhundertwende" zu sprechen, provozierte der 1909 in Wien geborene Gombrich sein Publikum mit der Erklärung: "Natürlich weiß ich von vielen äußerst kultivierten Juden, aber kurz gesagt bin ich der Meinung, daß der Begriff der jüdischen Kultur eine Erfindung Hitlers und seiner Vorläufer und Nachläufer war und ist." Gombrich setzte sich polemisch von dem im Saal anwesenden britischen Historiker Steven Beller ab, der die Geistesblüte der österreichischen Hauptstadt im Fin-de-siècle als Ergebnis der gescheiterten Integrationsbemühungen bürgerlicher Juden deutet. Gombrichs Vortrag läßt sich nun in deutscher Übersetzung nachlesen, erweitert um knappe, aber weit ausgreifende gesellschaftshistorische "Betrachtungen zur Tragödie des Judentums". Dem Bändchen sind eine kurze Zusammenfassung der Londoner Diskussion und eine Gombrichs Provokation aufnehmende und abwägende Einleitung von Emil Brix beigegeben. (Ernst H. Gombrich: "Jüdische Identität und jüdisches Schicksal". Eine Diskussionsbemerkung. Aus dem Englischen übersetzt von Dorothea McEwan. Hrsg. von Emil Brix und Frederick Baker. Passagen Verlag, Wien 1997. 78 S., br., 24,- DM.) F.A.Z.

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