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Rezension: Sachbuch : Hinweis

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RUMPELSTILZCHEN. Unter einem Pseudepigraphon versteht man ein literarisches Werk, das nicht von dem Verfasser stammt, dessen Namen es im Titel trägt. Das Phänomen war vor allem in der Antike weit verbreitet, ein Beispiel ist der sicher nicht vom Apostel Paulus stammende Hebräerbrief. Entweder wurde ...

          RUMPELSTILZCHEN. Unter einem Pseudepigraphon versteht man ein literarisches Werk, das nicht von dem Verfasser stammt, dessen Namen es im Titel trägt. Das Phänomen war vor allem in der Antike weit verbreitet, ein Beispiel ist der sicher nicht vom Apostel Paulus stammende Hebräerbrief. Entweder wurde ein anonymes Werk durch Leser einer bekannten Person zugeschrieben, oder der wirkliche Autor verbarg sich absichtlich hinter einer falschen Verfasserangabe. Armin Daniel Baum hat jetzt einige Aspekte des Themas neu behandelt: die angemessene Definition, die Frage der Täuschungsabsicht, die Rezeption durch die Leser, die moralische Bewertung von Fälschungen durch deren Autoren und das Problem der Pseudepigraphie für den Kanon neutestamentlicher Schriften. Die These lautet, daß die literarische Echtheit eines Buches in der Antike aufgrund der Herkunft nicht etwa seines Wortlauts, sondern seines Inhaltes beurteilt worden sei. Ein zweisprachiger Anhang von antiken Quellentexten über Echtheitsfragen beschließt den Band. (Armin Daniel Baum: "Pseudepigraphie und literarische Fälschung im frühen Christentum". Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 2001. XVI, 313 S., br., 50,- .)

          F.A.Z.

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