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Rezension: Sachbuch : Heiraten - aber bitte mit Vertrag

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Thomas und Barbara haben im August 1978 geheiratet. Ein Jahr später schließen sie einen Ehevertrag, in dem es unter anderem heißt: "Beide Eheleute haben sich darauf geeinigt, sich nicht scheiden zu lassen." Zunächst kein Problem: Kinder kommen, jede Menge Arbeit steht an. Doch als der Nachwuchs aus dem Haus ist, will Barbara nicht mehr.

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          Thomas und Barbara haben im August 1978 geheiratet. Ein Jahr später schließen sie einen Ehevertrag, in dem es unter anderem heißt: "Beide Eheleute haben sich darauf geeinigt, sich nicht scheiden zu lassen." Zunächst kein Problem: Kinder kommen, jede Menge Arbeit steht an. Doch als der Nachwuchs aus dem Haus ist, will Barbara nicht mehr. Thomas sieht das nicht ein und pocht auf den Ehevertrag. Grundsätzlich dürfen Ehepartner ja vereinbaren, was sie wollen. Aber für immer und ewig? Das gehe denn doch zu weit, entschied der Bundesgerichtshof im April 1986. Solch ein Satz ist sittenwidrig und damit nichtig.

          Pech hat dagegen Bernd, obwohl er mit Christa etwas ähnlich Haarsträubendes vereinbart hat: Er soll 100000 Euro zahlen, falls er sich erneut scheiden lassen möchte. Da entschied der Bundesgerichtshof: Es sei ja nicht Grund dieser Klausel, die Scheidung unzulässig zu erschweren, sondern, das Auskommen von Christa zu sichern. Die Abstandszahlung ist nicht sittenwidrig.

          Zwei Fälle aus dem sehr lebensnah geschriebenen Ratgeber von Ralf Käppele. Schließlich werden in Deutschland pro Jahr nicht nur rund 400000 Ehen geschlossen, sondern etwa die Hälfte davon auch wieder geschieden. Wenn nichts anderes vereinbart ist, gelten die gesetzlichen Regeln. Das ist nicht immer ideal, etwa für einen Unternehmer, dessen Betrieb durch eine unerwartete Scheidung plötzlich auf der Kippe steht.

          stt.

          Ralf Käppele: Unser Ehevertrag. Haufe-Verlag. 16,80 Euro. ISBN 3-448-05204-3

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