https://www.faz.net/-gqz-6pr4z

Rezension: Sachbuch : Frank Gehry, der Porsche Turbo und der Garten der Lüste: Meisterwerke zum Schmökern und Klicken

  • Aktualisiert am

Car Photography. Fotografien von Autos mit Erklärungen in deutscher und englischer Sprache. Von René Staud, 352 Seiten, über 900 meist farbige Abbildungen, CD-ROM mit den schönsten Motiven, Verlag Laterna Magica, München 2001, 148 Mark.Ein Auto wird erst schön, wenn es im Leonberger Studio des Fotografen René Staud abgebildet worden ist.

          6 Min.

          Car Photography. Fotografien von Autos mit Erklärungen in deutscher und englischer Sprache. Von René Staud, 352 Seiten, über 900 meist farbige Abbildungen, CD-ROM mit den schönsten Motiven, Verlag Laterna Magica, München 2001, 148 Mark.

          Ein Auto wird erst schön, wenn es im Leonberger Studio des Fotografen René Staud abgebildet worden ist. Kein anderer Lichtbildner geht so virtuos mit Licht und Schatten um. Mit seinem Magic Flash (eine überdimensionierte Lichtwanne mit dem Zauberblitz) weiß er immer die richtigen Blechpartien zu betonen, andere dürfen in den Schatten absinken. So schafft er Spannung und läßt in unseren Köpfen automobile Träume entstehen, die dann später - im realen Straßenbild - manchmal etwas ernüchternd wirken: Die SL-Familie von Mercedes-Benz, Porsche Turbo und 959, Ferrari 250 GT SWB, Testarossa und F 40 und so weiter. In Stauds Riesenstudio werden ihre Radhäuser zu gut definierten Muskelpaketen, proportionierte Silhouetten so deutlich gezeichnet wie nur noch mit dem Kreidestift des Designers. Daß auch Nutzfahrzeuge recht gut aussehen können, zeigt Staud an einem Lastwagen von MAN, einem MB Trac und einem Pistenbully von Kässbohrer. Für fotografische Nachahmer ist er sogar recht freigiebig mit allerhand Tips und Tricks. Aber wie nicht anders zu erwarten, ist der gut ausgestattete Band eher ein Bilderbuch, Stauds erklärender Text wirkt etwas beliebig und ist in der Sprache nicht unähnlich einem Tagebuch eines schwäbischen Ingenieurs im Automobilbau. (ggf.)

          Die Aston Martin Lagonda Ltd. in Newport Pagnell. Von Michael Schäfer, 360 Seiten, 410 farbige und 285 schwarzweiße Abbildungen. Verlag Michael Schäfer, Weinheim, Telefon 0 62 01/98 09 89, 390 Mark.

          Wer dieses Werk in die Hand nimmt, taucht ein in andere Zeiten und Räume. Er begegnet ungewöhnlicher Sorgfalt im ruhigen Umgang mit Aston Martin von 1915 bis zur Gegenwart. Er findet Texte, die gute Beispiele sind für exaktes Schreiben, und er trifft auf Bilder, die entweder wunderbare alte Autos oder alte Männer vor wunderbaren alten Autos zeigen. Vielleicht ist ja das gesamte Objekt der AutoBegierde, das hier sehr präzise, fast analytisch offengelegt wird, nicht mit den bürgerlichen Maßstäben der Gegenwart zu messen: Aston Martin, schreibt der Autor in einem ob seiner faszinierten Hingabe rührenden Vorwort, sei in der Regel nur aus den Filmen mit einem Geheimagenten bekannt. Nun ist Aston Martin tatsächlich nicht gerade der Fixstern des europäischen Autohimmels, aber wer dieses Buch gelesen, konsumiert und genossen hat, der ist künftig davon überzeugt. So eindringlich wurden selten die Wege zu besonderen und sonderlichen Automobilen geschildert, so nah ist ein Autor einem Unternehmen nicht übermäßig häufig gekommen, und so intensiv berührt kaum jemals den Leser ein Buch über Autos. Vielleicht gerade deshalb, weil es keine Sensationen, keine enthüllenden Nachrichten, keine Aufregungen enthält. Es werden schlicht nur gute Geschichten geboten, exakte Erklärungen zu Technik und Verfahrensweisen und unaufgeregte Bilder, die nicht einfach nur Autos und ihre Macher abbilden: Es sind Dokumente des Wagnisses, mitunter auch des Scheiterns, aber es sind immer historische Zeugnisse jener Faszination, die englische Automobile ausstrahlen können. Der hohe Preis schreckt nur jene ab, die darauf nicht sparen können, das Buch ist über die angegebene Telefonnummer zu bestellen. (wp.)

          Architektur und Computer. Planung und Konstruktion im digitalen Zeitalter. Von James Steele, 240 Seiten, 225 farbige und 30 schwarzweiße Abbildungen, Callwey-Verlag, München, 138 Mark.

          Weitere Themen

          Die Lunge im Kirchenfenster Video-Seite öffnen

          Göttlicher Odem : Die Lunge im Kirchenfenster

          Ein katholisches Gotteshaus in München brauchte neue Glasfenster. Zum Zug kam ein Künstler, der ein Stück Medizinalltag in ein Symbol für Leben und Vergänglichkeit verwandelte.

          Topmeldungen

          Bernie Sanders ist zurück – und fühlt sich bereit für das Präsidentenamt.

          Bernie Sanders in New York : „Ich bin wieder da!“

          Bei seiner ersten Wahlkampfveranstaltung nach seinem Herzinfarkt bricht Bernie Sanders Besucherrekorde. In New York ist auch seine bislang wichtigste Unterstützerin dabei.
          Die Eingangshalle des Kammergerichtes Berlin.

          Emotet : Wie ein Trojaner das höchste Gericht Berlins lahmlegte

          Seit drei Wochen hat das Berliner Kammergericht keinen Internetzugriff mehr. Grund ist ein Angriff mit Schadsoftware. Auf den ersten Blick scheinen die Folgen beherrschbar – doch die echte Gefahr könnte woanders lauern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.