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Rezension: Sachbuch : Bilder und Zeiten: Der Bau der "Titanic", der Untergang der Frachtsegler und die Legende vom unsinkbaren Mini

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Und allerlei Kunstwerke auf zwei und vier Rädern / Bücher, die Appetit auf mehr machen wollen / Vorschläge der Redaktion Technik und Motor für offene Stellen auf dem Gabentisch

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          Segel im Wind. Legendäre Fotos von Morris und Stanley Rosenfeld. Text: Franco Giorgetti. Edition Maritim, Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 176 Seiten, 85 Abbildungen, 4 Ausklapptafeln, 79,80 Mark.

          Vater und Sohn Rosenfeld - geboren 1885 und 1913 - sind vor allem berühmt für ihre Fotos vom America's Cup. Aber tatsächlich haben sie an und auf dem Wasser der amerikanischen Ostküste viel mehr fotografiert als nur Regattasport. Und deshalb wird dieser schöne Großformat-Band (33 × 24 Zentimeter) nicht nur den entzücken, der sich für die Historie des Segelsports interessiert. Vor allem der zweite von vier Abschnitten des Buchs, überschrieben mit dem Wort "Arbeit", zeigt ganz realistisch eine harte Vergangenheit: die der Großsegler, auf denen es nicht um sportlichen Ruhm ging. Man möchte sich gar nicht vorstellen, unter welchen Bedingungen handwerklich-fotografischer Art diese Aufnahmen entstanden sind. Sie haben nicht die Strahlkraft wie so viele Rosenfeld-Bilder von fröhlich-zufriedenen Menschen unter den titelgebenden Segeln im Wind. Aber in ihrer Dramatik stehen sie den Regatta-Bildern um nichts nach, genausowenig wie in der Kühnheit, mit der die Rosenfelds ihren über längere Zeiträume ähnlich bleibenden Sujets immer neue Perspektiven abgewinnen. So entstehen Porträts von Yachten und Frachtseglern, von großen und kleinen Booten, aber auch von den Menschen, die mit ihnen unterwegs sind: Die Rosenfelds haben nicht nur einen Blick für geschwellte Segel, sondern auch für Gesichter. Wenn es etwas an diesem Band zu vermissen gibt, dann sind es Informationen zu den Fotografien als solchen. Zu den Booten, Menschen und Situationen finden sich instruktive Bildlegenden.

          Custom-Harleys. Kunstwerke auf Rädern. Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 168 Seiten, 267 Abbildungen, 59,80 Mark.

          Harley-Davidson - das ist Amerika, wie es ist, und diese Motorradmarke kann denn auch stellvertretend für amerikanisches Lebensgefühl stehen, erst recht, wenn die Maschinen "customized" sind, also nach dem persönlichen Geschmack ihrer Eigentümer verändert werden und deren individuellen Geschmack widerspiegeln. Kein Wunder, dass sich die Londoner Barbican Art Gallery 1998 des Themas angenommen und eine Ausstellung "The Art of the Harley" ausgerichtet hat. Das jetzt in deutscher Übersetzung erschienene Buch ist eine Art Katalog zu diesem Ereignis, und obwohl zum Thema Harley längst eine schier unüberschaubare Fülle von Gedrucktem existiert, hat dieses Werk durchaus seinen Reiz: nicht nur der vortrefflich wiedergegebenen Bilder wegen, sondern auch dank den Texten, die das Phänomen Harley-Kult in den zeit- und kulturgeschichtlichen Zusammenhang stellen. So unterscheidet sich das Buch wohltuend von vielen anderen, die über die Anbetung dieses motorisierten Gegenstands nicht hinauskommen. Dass es darin nicht nur (aber natürlich auch) um die vordergründigen Ursachen und Folgen der Easy-Rider-Weltanschauung geht, dankt man dieser intelligenten Abhandlung noch zusätzlich. Wohlwollende Distanz ist das Beste, das dem inzwischen weit überstilisierten Stück Technik namens Harley-Davidson passieren kann - und das Buch gönnt sie ihm so subtil, dass auch der unkritische Harley-Begeisterte im begeisterten Durchblättern und Bilderangucken durchaus Genüge finden kann. Für ganz und gar Unbeleckte gibt es ein markenspezifisches Glossar am Schluss, vom ausführlichen Register ganz zu schweigen.

          Italienische Sportwagen. Von Abarth und Alfa Romeo bis Vignale und Zagato. Von Halwart Schrader und Georg Amtmann. Motorbuch Verlag, Stuttgart, 456 Seiten, 557 Abbildungen, 98 Mark.

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