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Rezension: Sachbuch : Auf den Arbeitsmarkt mit praktischer Lebenshilfe, positivem Denken und eigener Kreativität

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Beschäftigungssuchende finden im Buchhandel eine Fülle an Ratgebern / Eine Übersicht über Bewerbungshandbücher / Von Karen Horn

          6 Min.

          "Arbeitslosigkeit muß nicht sein." Daß es genug Arbeit gibt für alle, daß Schuldzuweisungen an Industrie, Handel und den Staat nicht weiterhelfen, jeder einzelne aber mit Kreativität, Flexibilität, Mobilität und positivem Denken eine Beschäftigung finden kann - davon ist Wolfhart Berg überzeugt. Berg ist einer von vielen Autoren, die Arbeitslosen praktische Ratschläge in Buchform anbieten: Der Markt ist voll von Bewerbungshandbüchern.

          Aufrütteln will Berg all jene, die sich nicht zutrauen, den Ausweg aus der Arbeitslosigkeit selbst zu finden. Und so trägt sein im Bonner Bouvier Verlag erschienenes Buch den überspitzten Titel "Kein Job? Selbst schuld!" - was jedoch nicht ganz so pauschal gemeint ist, wie es klingt. Er klagt Wehleidigkeit, Ängste, Desinteresse und Dummheit an, ruft auf zu Eigenverantwortung und Erfindungsgeist. "Besser Visionen statt Subventionen, besser Lohnverzicht statt Arbeitsplatzverlust, besser ein Mc-Job als gar kein Job!"

          Berg verspricht "Tacheles plus Service": Dem, der es nötig haben mag, redet er ins Gewissen, und praktische Lebenshilfe gibt er gleich dazu. Neben locker-flockigen Ausführungen über Marktwirtschaft, Wettbewerb und Globalisierung finden sich Beispiele für den Erfolg einer dienstleistungsorientierten Mentalität, Hinweise zu Selbsterkenntnis und Selbsteinschätzung sowie Tips für positives Denken: "Beschreiben Sie sich regelmäßig alle Chancen, Möglichkeiten und Aussichten, die Sie, Ihren Fähigkeiten angemessen, für erreichbar halten. Machen Sie das täglich!"

          Außerdem liefert Berg Adressen von Ansprechpartnern für die Arbeitsplatzsuche im Ausland (nach dem Motto: "Besser ein Billigjob auf Zeit im Ausland als unbefristete Arbeitslosigkeit in der Heimat"), bietet einen "Kurztrip durch den Förder-Dschungel" für Existenzgründer, klärt auf über Berufsaussichten und Fortbildungsmöglichkeiten und wartet auf mit Ratschlägen für Bewerbungsschreiben.

          Die Kunst der Bewerbung liegt darin, die Informationen über die eigenen Qualifikationen und Voraussetzungen der angestrebten Position entsprechend zusammenzustellen. Das schreiben auch Doris Brenner, Frank Brenner und Birgit Giesen in dem von Jörg Staufenbiel herausgegebenen Band "Individuell bewerben". Das Buch ist ein sachlicher, umfassender Ratgeber ohne wirtschaftspolitische Schnörkel. Die Autoren helfen bei der Frage "Was werden?" und zeigen Perspektiven nach dem Studium (von Trainee-Programmen und Auslandsjobs bis hin zur Promotion). Außerdem erklären sie die gängigen Regeln für die telefonische und schriftliche Bewerbung (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse).

          Der Schwerpunkt des präzise recherchierten und übersichtlich aufgemachten Buchs liegt jedoch auf Tips für Vorstellungsgespräche und sogenannte Assessment Center. Die Aussicht auf ein Assessment Center hat schon manchem Bewerber Angst eingeflößt: Es versetzt den Kandidaten in eine Prüfungssituation, die er aus der Ausbildung nicht gewohnt ist. Die Angst davor läßt sich freilich ablegen, wenn man sich eine Vorstellung davon machen kann, was einen erwartet - und das Staufenbiel-Buch liefert dazu alles Notwendige: Erläuterungen über die Beurteilungskriterien und eine Fülle von Beispielen für den Ablauf, für Übungen, Tests und Rollenspiele.

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