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Rezension : Die Blume Europas

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Breslau - europäische Stadt Gerade ist sie in der Diskussion, als Standort für ein europäisches Museum der Vertreibung - die Stadt Breslau. Gegründet durch Kaiser Otto III., war sie polnisch, böhmisch, tschechisch, habsburgisch, preußisch, schließlich wieder polnisch. Entsprechend konfliktreich verlief ...

          Breslau - europäische Stadt Gerade ist sie in der Diskussion, als Standort für ein europäisches Museum der Vertreibung - die Stadt Breslau. Gegründet durch Kaiser Otto III., war sie polnisch, böhmisch, tschechisch, habsburgisch, preußisch, schließlich wieder polnisch. Entsprechend konfliktreich verlief die bewegte Geschichte dieser schönen, multikulturellen Stadt, die so oft zum Zankapfel der rivalisierenden Mächte wurde. Der Höhepunkt des Schreckens, die Vernichtung der Festung Breslau im Winter 1945 durch die Rote Armee, bildet den Prolog der Geschichte Breslaus von Norman Davies und Roger Moorhouse, die jetzt unter dem Titel "Die Blume Europas" erschienen ist. Auf über 600 Seiten breiten die Verfasser sodann eine enorme Fülle von Fakten über die schlesischen und europäischen Geschehnisse von 1000 n. Chr. bis in die Gegenwart aus, eher handbuchartig dekliniert als packend erzählt.. Und seltsam blaß bleibt das Leben der Menschen in Breslau und ihre Erfahrungen - es scheint als hätten die wechselvollen Geschicke der Stadt ohne ihre Einwohner stattgefunden. Die Chance, eine moderne Geschichte dieser hochinteressanten Stadt zu schreiben, wurde vertan. h.t. Norman Davies/Roger Moorhause, Die Blume Europas. Breslau - Wroclaw - Vratislavia. Die Geschichte einer mitteleuropäischen Stadt. Droemer und Knaur, München 2002, 702 Seiten, ? 38,-. Der Universalgelehrte Er war Dichter und Altertumsforscher, Kunstkritiker und Hofkünstler, Ingenieur, Architekt und Stadtplaner: der italienische Humanist Leon Battista Alberti (1404 bis 1472), den Jacob Burckhardt als den "uomo universale" schlechthin ansah. Anthony Grafton hat diesem Renaissance-Menschen par excellence, dessen Traktat über die Malerei bis heute rezipiert wird, der aber auch so berühmte Kirchenfassaden wie der Santa Maria Novella in Florenz entworfen hat, eine ausführliche, glänzend geschriebene Biographie gewidmet. Sie fächert nicht nur die erstaunliche Vielfalt der Begabungen Albertis auf, sondern zeigt auch, welche bedeutende Rolle die Patronage einflußreicher Männer für die Karriere Albertis spielte, der u.a. am Hof der Este in Ferrara wirkte.

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