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Ratgeber-Trend : Die gelüfteten Geheimnisse der Französinnen

  • -Aktualisiert am

Die Autorinnen des Nachschlagewerks „How to be Parisian – wherever you are“, von links: Audrey Diwan, Caroline de Maigret, Sophie Mas, Anne Berest Bild: Francesca Mantovani

Ja, auch Sie können Pariserin werden und teilhaben am Mythos der französischen Frau. Vorausgesetzt, Sie wollen es. Genug Ratgeber gibt es jedenfalls.

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          Auf dem Sachbuchmarkt sind seit geraumer Zeit zwei große Trends auszumachen. Zum einen wäre das der offenbar unerschöpfliche Themenkomplex „Ich bin jetzt auch Vater geworden“. Wir wollen uns heute aber dem anderen zuwenden, der sich in etwa so zusammenfassen lässt: „Ich bin Pariserin, und nun möchte ich all den armen Frauen, die nicht mein Glück teilen, in eine bourgeoise französische Familie hineingeboren worden zu sein, alles verraten, was meine schicken Freundinnen und ich so draufhaben an Tricks und Raffinessen“. Und wir müssen uns beeilen. Denn kaum hat man eines noch nicht gelesen, erscheint schon das nächste Werk über den, wenn man sich am Gare du Nord oder in einigen Ecken von Montmartre so umsieht, wenigstens durch den Sachbuchmarkt am Leben gehaltenen Mythos „Die französische Frau“.

          Als früher Meilenstein dieser Gattung muss wohl „Warum französische Frauen nicht dick werden“ gelten, geschrieben von Mireille Guiliano, langjähriger Sprecherin der Champagnermarke Veuve Clicquot. Vor zehn Jahren veröffentlicht, ist das Buch bis heute ein Klassiker der modernen Figur und zugleich ein faszinierendes Beispiel dafür, wie man aus einem einzigen Gedanken beinahe 300 Seiten machen kann. Auf Englisch würden für den gesamten Inhalt des Buchs drei bis vier Wörter reichen: „We don’t snack“. Auf Deutsch müsste man es ein wenig umständlicher so erklären, dass in Frankreich zwischen den drei Hauptmahlzeiten eben nichts gegessen wird. Nein, auch kein Apfel.

          (Das neueste Buch derselben Autorin, erschienen im Mai, heißt übrigens „Warum französische Frauen jünger aussehen“. Inhalt der 288 Seiten: Besser gut anziehen, gute Frisur, gutes Essen als Schönheits-OP.)

          Was aber ist es, was hat die Französin, die Pariserin drauf?

          Inès de la Fressange, 57, früheres Top-Model (Hausmarke Chanel) und heutige Vollzeit-Pariserin sowie Pariser Designerin, veröffentlichte vor drei Jahren unter dem Titel „Pariser Chic - Der Style-Guide“ eine Handreichung, so zu sein wie sie selbst. Also so mühelos Eindruck machend, unaufgeregt feminin, wie nebenbei sexy, versehentlich glamourös, ach, nehmen wir doch das französische Wort für all diese Dinge: nonchalant. Das Buch war ziemlich erfolgreich, bezeichnenderweise sogar in Frankreich, wo es mehr als 100 000 Französinnen kauften, in der Hoffnung, auch endlich hinter das Geheimnis ihrer weiblichen Landsleute zu kommen.

          Gut angezogen sein ist wichtig: Inès de la Fressange mit Töchtern
          Gut angezogen sein ist wichtig: Inès de la Fressange mit Töchtern : Bild: dpa

          Inès de la Fressange erklärt das Geheimnis der französischen Frau, zumindest ihres Stils, geheimnisvoll so: „Sie atmet l’air du temps und macht das Beste daraus, nämlich ihr eigenes, und stets mit demselben Ziel: Mode soll Spaß machen.“ Und Mode, darauf lässt sich ihre Stil-Philosophie herunterbrechen, macht dann Spaß, wenn man Konventionen bricht. Also etwa eine Diamantkette tagsüber zu einem Jeanskleid trägt oder schlichte Sandalen zum Abendkleid. Oder eine Perlenkette zum Rock-’n’-Roll-T-Shirt. Oder einen Parka zum Chiffonkleidchen. You get the idea. Aber im Grunde, findet sie auch wiederum, gehe eigentlich alles - Hauptsache, man trage es mit Selbstvertrauen und einem Lächeln zur Schau.

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