https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/paul-masons-faschismus-und-wie-man-ihn-stoppt-18029193.html

Literatur und Sachbuch : Wiederkehr eines Untoten?

  • -Aktualisiert am

Mit breitem Pinsel: Paul Mason sieht Widerstand gegen eine heraufziehende neue Ära des Faschismus geboten.

          4 Min.

          Im Zentrum des Buches von Paul Mason steht das Versagen der europäischen Linken in den 1920er- und 1930er-Jahren, als es darum ging, den Aufstieg von Faschismus und Nationalsozialismus zu stoppen. Stattdessen war die Linke damit beschäftigt, sich untereinander zu bekämpfen, Koalitionen mit der bürgerlichen Mitte als Klassenverrat zu denunzieren und auf den angeblich kurz bevorstehenden Zusammenbruch des Kapitalismus zu warten. Es gibt eine Fülle von Büchern zu diesem Thema, die sich mit den Fehleinschätzungen des Nationalsozialismus seitens der deutschen Linken beschäftigen. Aber das sind zumeist historische Studien, die von einer melancholischen Grundstimmung angesichts der furchtbaren Folgen dieses politischen Versagens durchzogen sind.

          Das ist bei Mason anders: Es ist kein melancholisches, sondern ein kämpferisches Buch, das er geschrieben hat. Es hat zwar historische Kapitel, ist insgesamt aber eine Auseinandersetzung mit den politischen Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft. Für Mason ist der Faschismus – er verwendet den Begriff wie die Linke der 1920er-/1930er-Jahre oder der junge Ernst Nolte als Sammelbezeichnung für die extreme Rechte der Zwischenkriegszeit – nicht etwas Vergangenes, sondern ein politischer Wiedergänger, auf dessen entschiedene Bekämpfung man sich weltweit vorbereiten müsse.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Soli-Aktion für Olena Selenska : Sitzen wie eine First Lady

          Das „Vogue“-Cover mit Olena Selenska würde die Kriegszerstörungen als Glamour-Kulisse missbrauchen, hieß es. Jetzt antworten Ukrainerinnen mit der Fotoaktion #sitlikeagirl auf die Vorwürfe – kraftvoll und heimtückisch.
          Sinnblind den Faden verloren: Stephanie Müther (links, 2. Norn) und Kelly God (3. Norn) am Beginn der „Götterdämmerung“.

          Bayreuther Festspiele : Ein Stinkefinger fürs um Deutung bemühte Publikum

          Abschied von der Lesbarkeit der Welt: Nach der „Götterdämmerung“ entlädt sich in Bayreuth der geballte Hass des Publikums auf Valentin Schwarz, den Regisseur des neuen „Rings“. Doch dieses Fiasko erzählt viel über unsere Situation.
          Autoproduktion in China: Noch sind westliche Marken hier tonangebend.

          Unternehmen in China : Kofferpacken für den Ernstfall

          Die wirtschaftliche Verflechtung mit China ist eng, ein Kurswechsel wegen geopolitischer Komplikationen für Unternehmen undenkbar – eigentlich. Intern läuft die Szenarioanalyse in den Konzernzentralen längst auf Hochtouren.