https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/offener-brief-900-autoren-gegen-amazon-13090230.html

Offener Brief : 900 Autoren gegen Amazon

Protest von neunhundert Autoren: Amazon-Chef Jeff Bezos Bild: AFP

Amerikanische Autoren schlagen sich im Streit um E-Book-Rabatte auf die Seite von Hachette und kritisieren Amazon. Am Sonntag erscheint ihr Offener Brief in der „New York Times“.

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          In der mittlerweile mehr als ein Vierteljahr währenden Auseinandersetzung zwischen Amazon und der amerikanischen Verlagsgruppe Hachette haben 900 Autoren unter dem Namen „Author’s United“ einen Offenen Brief unterzeichnet, den der Hachette-Autor Douglas Preston initiiert hat. Darin wird Amazon scharf kritisiert, weil der Netzkonzern die Lieferung von Hachette-Büchern an seine Kunden seit Monaten durch verzögerte Bestellungen bei den Hachette-Verlagen behindert, um höhere Rabatte bei E-Books durchzusetzen.

          Andreas Platthaus
          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Die Autoren rufen Amazon in ihrem Brief, der am heutigen Sonntag in der „New York Times“ erscheint, dazu auf, sich auf den eigenen Anspruch zu besinnen, den kundenfreundlichsten Service zu bieten. Dazu sollen verärgerte Leser an den Amazon-Chef Jeff Bezos schreiben, dessen E-Mail-Adresse in der Erklärung angegeben wird.
          Amazon reagiert auf die Initiative, die aus einem früheren gemeinsamen Protest amerikanischer Autoren hervorgegangen ist, schmallippig: Nachdem Hachette sich früher bereits durch Absprachen mit anderen Verlagsgruppen illegal bemüht habe, die E-Book-Preise hochzuhalten, schicke die Gruppe nun ihre Autoren ins Feuer, um dieses Ziel zu erreichen. Amazon habe dreimal Vorschläge unterbreitet, wie die Autoren aus der Auseinandersetzung herausgehalten werden könnten. Hachette habe darauf jeweils nicht reagiert.

          Unter diesen „Lösungsvorschlägen“ befand sich allerdings auch die Anregung, beide Seiten sollten auf alle ihre Erträge aus dem E-Book-Verkauf verzichten, um dieses Geld dann voll an die Autoren auszuschütten. Damit hätte Amazon den Gegner in dem von ihm angezettelten Streit mit zur Kasse gebeten, um dessen Kosten zu tragen. Außerdem hätte die Umsetzung dieses Vorschlags vor allem die Verbreitung von E-Books verstärkt – ein Bereich, in dem Amazon jetzt schon eine marktbeherrschende Stellung in Amerika innehat.

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