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Preis der Leipziger Buchmesse : Eine Chance für Gedichte

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Letztjähriger Gewinner war Saša Stanišić mit seinem Roman „Vor dem Fest“. Bild: dpa

Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse stehen fest. Vier davon sind Romane – und erstmals ist ein Gedichtband in der engeren Wahl für die renommierte Literaturauszeichnung.

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          Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse hat zum ersten Mal in der Geschichte des Preises einen Gedichtband in die engere Auswahl genommen. Jan Wagners „Regentonnenvariationen“ ist eines der fünf nominierten Werke in der Kategorie Belletristik, wie die Buchmesse am Donnerstag mitteilte. Zudem wurden Teresa Präauer („Johnny und Jean“), Ursula Ackrill („Zeiden, im Januar“), Norbert Scheuer („Die Sprache der Vögel“) und Michael Wildenhain („Das Lächeln der Alligatoren“) nominiert. Die drei letzteren Bücher sind noch nicht erschienen.

          Die Jury steht jedes Jahr vor einer ungeheuren Aufgabe: Hunderte Bücher wollen gelesen und eingeschätzt werden, 405 Werke reichten die Verlage diesmal ein. Doch in diesem Jahr, sagt der Jury-Vorsitzende Hubert Winkels, sei die Auswahl aus guten Büchern nicht so schwer gefallen. „Es gab eine Spitzengruppe von zehn, zwölf Büchern und Autoren, denen man den Preis unbedingt hätte geben können. Aber es gab auch ein sehr breites Feld von Büchern, die dafür weniger infrage kommen.“ In einem eher schwachen Bücherfrühling präsentieren die Leipziger am Donnerstag denn auch einige Überraschungen auf ihrer Shortlist.

          Erstmalig haben die Juroren mit Jan Wagners „Regentonnenvariationen“ einen Gedichtband in die engere Auswahl in der Kategorie Belletristik genommen. „Ich musste in den Statuten sogar noch einmal nachlesen, ob Gedicht oder Theaterstücke überhaupt zulässig sind. Sie sind es auf jeden Fall – und ich habe mich im Nachhinein gefragt: Warum ist das nicht vorher passiert?“, sagt Winkels. „Allen war sofort klar, es ist ein Glücksfall, dass dieser Band von Jan Wagner da ist.“

          Die nächste Überraschung ist Ursula Ackrill mit „Zeiden, im Januar“, ein Buch über die Siebenbürger Sachsen in Rumänien im nationalistisch aufgeheizten Winter 1941. Nicht nur ist es das Debüt der 1974 geborenen Autorin, es ist laut Winkels auch ein unverlangt eingesandtes Manuskript, erschienen im Verlag Klaus Wagenbach. „Das ist die totale Ausnahme, das gibt es quasi gar nicht. Da kam ein so außergewöhnliches Sprachkunstwerk zum Vorschein, völlig aus dem Nichts“, sagt der Jury-Chef.

          Mit Norbert Scheuer („Die Sprache der Vögel“) und Michael Wildenhain „Das Lächeln der Alligatoren“) wurden zwei etablierte Autoren in den Favoritenkreis aufgenommen. Komplettiert wird dieser von Teresa Präauer („Johnny und Jean“) - auch das ein Buch, das aus dem Jahr 2014 in den Bücherfrühling „mitgenommen“ wurde. Fast die Hälfte der eingereichten Bücher stammte aus 2014, wie Winkels sagt. „Das hat uns schon überrascht“, und es habe auch für Diskussionen in der Jury gesorgt.

          Der Preis der Leipziger Buchmesse wird in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen. Er ist jeweils mit 15.000 Euro dotiert. Die Dreiteilung hebt den Preis ab von anderen Auszeichnungen. „Es ist eine sehr gute Erfindung, vor allem, weil die Übersetzer gewürdigt werden, die zu den absolut wichtigsten Mitspielern am gesamten literarischen und kulturellen Betrieb zählen und immer zu kurz kommen“, sagt der Jury-Vorsitzende Winkels.

          „Trotzdem ist natürlich die Belletristik immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und zwar deutlich und unvermeidlich“, sagt Winkels. Bis zur Verleihung am 12. März auf der Leipziger Buchmesse bleibt es ein Geheimnis, wer den Preis in diesem Jahr erhalten wird.

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