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Nach Verletzung in Charkiw : Ukrainischer Autor Zhadan meldet sich über Facebook

Der ukrainische Autor Serhij Zhadan Anfang Februar in Frankfurt Bild: Patrick Slesiona

Der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan wurde am Samstag von prorussischen Kräften in Charkiw schwer verletzt. Am Abend gab er ein Lebenszeichen von sich. Er sei „okay“.

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          Der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan ist heute Mittag bei der Erstürmung der Gebietsverwaltung von Charkiw in der Ostukraine durch prorussische Kräfte schwer verletzten worden. Zhadan, der seit 1991 zu den prägenden Autoren der literarischen Szene Charkows zählt und dessen Werk auf Deutsch beim Suhrkamp Verlag vorliegt, kämpft seit Monaten gemeinsam mit der Opposition gegen die inzwischen abgesetzte ukrainische Regierung. Inzwischen liegt Shadan im Krankenhaus.

          Sandra Kegel
          Verantwortliche Redakteurin für das Feuilleton.

          Den Tag über war nicht klar, wie es ihm geht, da sein Handy konfisziert wurde. Gegen abend konnte er sich über Facebook bei seinen Freunden melden. Demnach ist er, wie er schreibt, „okay“: „Zwei Schnitte auf dem Kopf, Stirn seziert, eine Gehirnerschütterung, gebrochene Nase, Verdacht“. Man habe ihn, heißt es in der Nachricht weiter, „von hinten auf den Kopf geschlagen“. Sie hätten „in Rudeln“ angegriffen. Via Twitter sind Bilder von Zhadan im Umlauf, die ihn nach dem Angriff mit blutüberströmtem Gesicht zeigen.

          Erst vor zwei Wochen war Serhij Zhadan zu Gast in der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gewesen, um über die Zustände in seiner Heimat zu sprechen. Der 1974 im Gebiet Luhansk in der Ostukraine geborene Schriftsteller, der Germanistik studiert hat und über den ukrainischen Futurismus promoviert wurde, hielt sich gemeinsam mit Juri Andruchowytsch, Jurko Prohakso und Tanja Maljartschuk auf Einladung der Universität in Frankfurt auf. Im Gespräch mit der F.A.Z. sprach Zhadan von der großen Gefahr, die Demonstranten insbesondere im Osten der Ukraine zu erwarten hätten. Der Vater zweier Kinder ging dennoch immer wieder auf den Maidan von Charkiw, um in Reden und Songs für eine freiere und gerechtere Ukraine zu kämpfen.

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