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Moers trifft Mythenmetz : Natürlich bleibt Ihr Buch ein Schmarrn

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„Ein barbarischer Akt”: Hildegunst von Mythenmetz Bild: F.A.Z.-Frank Röth

Gipfeltreffen der deutsch-zamonischen Literatur: Der schriftstellernde Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz streitet mit Walter Moers, dem er vorwirft, seine Bücher schamlos plagiiert und schlampig übersetzt zu haben.

          Als Hildegunst von Mythenmetz, der populärste Schriftsteller Zamoniens, anlässlich der deutschen Veröffentlichung seines Werkes „Der Schrecksenmeister“ (übersetzt von Walter Moers) erstmals in unsere Dimension reiste, nahm er ein Gespräch mit dieser Zeitung zum Anlass, seinem Übersetzer schwere Vorwürfe zu machen: Moers habe für seine eigenen Bücher die mythenmetzschen schamlos plagiiert und außerdem schlampig übersetzt. Er lehne jeden Kontakt mit Moers ab.

          Der angegriffene Schriftsteller erwiderte auf diese Vorwürfe am 23. August in der Wochenzeitung „Die Zeit“: Seine Kürzungen seien notwendig gewesen, weil „Der Schrecksenmeister“ sonst unlesbar wäre. Und Moers bezichtigte seinerseits Mythenmetz, nicht zimperlich zu sein, wenn es darum gehe, bei anderen Autoren abzuschreiben. Am Schluss warf Moers dem Lindwurm einen Fehdehandschuh hin: „Ich stehe für jedes Wortduell, für jede Zungenschlägerei zur Verfügung.“ Wir haben ihn beim Wort genommen und nach wochenlangen Vorbereitungen nun mit Hildegunst von Mythenmetz zusammengebracht. (F.A.Z.)

          Herr von Mythenmetz, müssen wir mit einem Blutbad rechnen? Sie haben gedroht, dass Ihr Raubtiererbgut bei einer Begegnung mit Walter Moers über Ihre guten Manieren triumphieren könnte.

          Mythenmetz (gibt ein bedrohliches Geräusch von sich): Ich lehne körperliche Gewalt strikt ab und fühle mich durchaus in der Lage, Herrn Moers mit intellektuellen Mitteln die Antwort zukommen zu lassen, die ihm gebührt.

          Herr Moers, sind Sie in ähnlich streitbarer Stimmung?

          Moers: Ganz und gar nicht. Ich freue mich unbändig, Hildegunst von Mythenmetz erstmals persönlich begegnen zu dürfen. Und wenn ich das mal sagen darf, Herr von Mythenmetz: Für Ihr Alter sehen Sie wirklich hervorragend aus.

          Mythenmetz: Es gibt in Ihrer Sprache für das, was Sie da machen, ein schönes Wort, Herr Moers. Es hat damit zu tun, sich aus niederen Beweggründen durch enge Körperöffnungen zu zwängen.

          Kommen wir doch lieber gleich zu den konkreten Vorwürfen. Sie, Herr von Mythenmetz, werfen dem Übersetzer Walter Moers vor, dass er Ihr Buch „Der Schrecksenmeister“ stark gekürzt hat.

          Mythenmetz: Um siebenhundert Seiten!

          Moers: Das war eine Notwendigkeit.

          Mythenmetz: Das war eine Unverschämtheit. Ein barbarischer Akt.

          Moers: Herr Mythenmetz, Sie sollten anerkennen, wie loyal ich Ihrem Werk bisher zugearbeitet habe. In „Ensel und Krete“ ließ ich sämtliche mythenmetzschen Abschweifungen ungekürzt, und ich stehe dazu. Dieser Kunstgriff ist ein fester Bestandteil des Werkes, ohne den es nicht denkbar wäre. Aber beim „Schrecksenmeister“ handelt es sich um eine komplett andere Sache.

          Könnten Sie uns ein Beispiel geben, wie Sie das meinen?

          Mythenmetz: Das würde mich auch interessieren! Mit welcher Begründung Sie welches Gliedmaß meines Kindes amputiert haben!

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