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Michael Crichton : Wie wäre es ohne die ständigen Sorgen im Hinterkopf?

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Ließ nicht nur die Saurier wieder aufleben: Michael Crichton Bild: AP

In seinen Büchern spielt Michael Crichton die katastrophalen Folgen technologischer Entwicklung durch. In einem Beitrag in der F.A.Z. erzählt der Bestseller-Autor, wie er sich selbst gegen schockierende Vorhersagen schützt: mit Skepsis.

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          „Welt in Angst“ heißt der neue Roman Michael Crichtons, der am 24. Januar im Blessing Verlag erscheinen wird. Immer wieder hat sich der amerikanische Bestseller-Autor in seinen Büchern mit dem wissenschaftlich Vorstellbaren und dessen katastrophalen Folgen beschäftigt.

          In einem Gastbeitrag, den die Frankfurter Allgemeine am Freitag, 14. Januar veröffentlicht, stellt der 62jährige Autor von „Timeline“ und „Jurassic Park“ fest, er habe sich die längste Zeit seines Lebens mit Ängsten herumgeschlagen, „die in der Öffentlichkeit geschürt wurden und sich dann Jahrzehnte später als unbegründet entpuppten.“

          Immer neue Warnungen

          Anfang der Siebziger Jahre warnten die Klimaforscher beispielsweise nicht vor den Folgen des Treibhauseffekts, sondern diskutierten die Gefahr einer globalen Abkühlung. In den Achtzigern hingegen wären sie von Erderwärmung in einem Ausmaß ausgegangen, das seitdem immer wieder nach unten korrigiert worden ist.

          Ausmaß und Folgen des Bevölkerungswachstums sind in ähnlich grellen Farben gezeichnet worden wie die Konsequenzen einer für die Neunziger Jahre prognostizierten Rohstofferschöpfung. „Die Menschen“, schreibt Crichton, „werden es nie müde, sich mit dem jeweils neusten Bericht zu befassen, der vor dem nahenden Ende warnt. Aber irgendwann könnten wir doch damit anfangen, jede atemlose neue Behauptung mit Skepsis zu betrachten. Mir gelingt das inzwischen ganz gut.“

          „Am Ende hat niemand was gemerkt“

          Auch die angenommene Bedrohung durch Technologie, Elektrosmog und angeblich krebserregende Magnetfelder führt der Amerikaner an. Auch die Angst vor dem Jahrtausendwechsel sei letztlich völlig überzogen und falsch gewesen: „Seit Jahren prophezeiten Computerexperten Horrorszenarien vom Börsencrash bis zu Flugzeugabstürzen. Viele Leute räumten ihre Sparkonten leer, verkauften ihre Häuser und zogen in sicherere Gebiete. Am Ende hat niemand groß was gemerkt.“

          Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Ängste sich als falsch oder wild übertrieben herausgestellt hätten, könne man sich über die jüngsten kaum noch aufregen, argumentiert Crichton. „Eine Zeitlang habe ich mich gefragt, wie es wohl wäre, ohne diese Ängste und ständigen Sorgen im Hinterkopf zu leben. Ehrlich gesagt, es ist ein prima Gefühl. Ich kann es nur empfehlen.“

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