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Romanrezension : Hintergrundrauschen des Lebens

  • -Aktualisiert am

Russland aus informierter Außensicht: Marente de Moors Roman über seltsame akustische Phänomene.

          3 Min.

          Die niederländische Schriftstellerin Ma­rente de Moor hat ein Buch geschrieben, das in Russland spielt, in der Nähe der lettischen Grenze. Es geht um ein Paar, beide Zoologen, die 1984 von Leningrad in ein Dorf ziehen. Nadja und Lew bekommen zwei Kinder und übersiedeln in die Natur, um ihre Arbeit fortzusetzen, bauen sich unter anderem ein „Labor der Unabhängigkeit“ auf. „Phon“ hätte auch von einer russischen Autorin geschrieben sein können, es ist ein Buch über die Mentalität der Menschen in diesem Land, über deren Leben vor und nach dem Zerfall der Sowjetunion. Marente de Moor lebte acht Jahre in Russland, sie verarbeitet ihre Erfahrungen in dem Band. Es ist beeindruckend, wie die Autorin die Gedanken, die Lebensgewohnheiten, den Alltag der Menschen, ihre Herkunft und ihre Geschichte in Russland nachzeichnet und eine eigenständige literarische Realität entwickelt.

          Das Buch vermittelt mitunter die Stimmung des Films „Stalker“ von Andrej Tarkowski: eine Atmosphäre der Leere, der daraus resultierenden Angst und des Un­heils, das in der Zukunft liegt. Die beiden Zoologen betreiben in dem Dorf ein Sommercamp, unterstützt von einer holländischen Stiftung, mit ausländischen Besuchern, die dort Zeit in der Natur mit Tieren verbringen, darunter junge Bären. Federführend dabei ist die Niederländerin Esther Graafsma, die mit Lew leidenschaftlich verbunden ist. Im Jahr 2005 kommt es zu einem Unfall mit den Bären, bei dem Esther verletzt und Lydia, eine alte Freundin von Nadja, getötet wird. Danach verlassen immer mehr Einwohner das Dorf.

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