Neues Buch von Stuckrad-Barre : Halbwelt von heute
Ich glaub, mir geht’s nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen“, heißt der schöne lange Titel des neuen Buchs von Benjamin von Stuckrad-Barre. Es ist sein dritter „Remix“-Band mit Gegenwartserkundungstexten, zu denen eigentlich auch die Bücher „Deutsches Theater“ und „Auch Deutsche unter den Opfern“ gehören. Und wenn sie da nun alle vor einem auf dem Tisch liegen und man noch mal hineinblättert in „Remix 2“, in dem Benjamin von Stuckrad-Barre mit Walter Kempowski fernsieht und Kempowski „Huch!“ sagt, weil im Fernsehen das Telefon klingelt und er denkt, es klingele bei ihm; wenn in „Auch Deutsche unter den Opfern“ Obama in Berlin ist, Tom Cruise auf dem roten Teppich und Guido Westerwelle im Bundestagswahlkampf – dann stellt sich, noch bevor man den neuen Band überhaupt aufgeschlagen hat, ein erstaunlicher Effekt ein: Mit dem größer werdenden Abstand gewinnen diese Texte, die man immer für bedeutend gehalten hat, an Bedeutung noch hinzu.

