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Literatur : Deutscher Buchpreis für Julia Franck

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Bei der Preisverleihung im Römer: Julia Franck Bild: dpa

Der Deutsche Buchpreis für den besten aktuellen Roman in deutscher Sprache geht in diesem Jahr an Julia Franck. Die 37-Jährige erhielt die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr jüngstes Werk „Die Mittagsfrau“. Die Entscheidung der Jury fiel mit großer Mehrheit.

          Julia Franck ist mit dem Deutschen Buchpreis geehrt worden. Die 1970 in Berlin geborene Schriftstellerin erhielt die Auszeichnung im Kaisersaal des Frankfurter Römer. Sie gewann den mit 25 000 Euro dotierten Preis für ihren Roman „Die Mittagsfrau“. Das in diesem Herbst bei S. Fischer in Frankfurt erschienene Buch schildert eine Begebenheit aus Francks Familiengeschichte und beschreibt vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Herrschaft, wie die junge Mutter Helene ihren kleinen Sohn allein in den Wirren des Kriegsendes zurücklässt. (siehe: Der Literatur-Herbst).

          Die Jury des Deutschen Buchpreises lobte die „sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität“ des Romans. Er habe die Mitglieder der Jury von berufsmäßigen Kritikern in Leser zurückverwandelt, sagte Felicitas von Lovenberg, Sprecherin der Jury und Literaturkritikerin der Feuilletonredaktion dieser Zeitung. In ihrer Dankesrede sagte Franck, sie sei von der Entscheidung der Jury überrascht. In den vergangenen Wochen habe sie viele auf der Longlist und der Shortlist des Buchpreises stehende Bücher gelesen, die die Auszeichnung ebenfalls verdient hätten.

          Bester deutschsprachiger Roman

          Seit drei Jahren wird der Deutsche Buchpreis am Vorabend der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Römer verliehen. Er soll den besten deutschsprachigen Roman des Jahres auszeichnen. Gestiftet hat den Preis im Jahr 2005 der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Der in Frankfurt ansässige Verband der deutschen Verleger und Buchhändler beabsichtigte damit, die Verkaufszahlen deutschsprachiger Literatur im Inland zu steigern und ihr im Ausland zu mehr Bekanntheit zu verhelfen.

          „Die Mittagsfrau” heißt das preisbelohnte Werk

          Zu den Unterstützern des Preises zählen seitdem die Verleger Florian und Gabriele Langenscheidt, der „Spiegel“Verlag, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt. Bisherige Preisträger waren der österreichische Schriftsteller Arno Geiger und die in Frankfurt geborene Autorin Katharina Hacker. Geiger und Hacker habe die Auszeichnung zu sechsstelligen Auflagenzahlen auf dem deutschsprachigen Markt und dem Verkauf zahlreicher Lizenzen ins Ausland verholfen, sagte Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins.

          Jährlich wechselnde Zusammensetzung

          Unter seinem Vorsitz bestimmt die Akademie Deutscher Buchpreis die jährlich wechselnde Zusammensetzung der Buchpreisjury. Der Akademie gehören neben Honnefelder und Bernd Neumann, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, neun Vertreter der Buch- und Medienbranche an.

          In diesem Jahr hatte die Akademie außer Lovenberg auch Ijoma Mangold, Literaturkritiker der „Süddeutschen Zeitung“, Hajo Steinert, Redakteur des Deutschlandfunks, Mathias Schreiber, Redakteur des Magazins „Der Spiegel“, den Lektor und Kritiker Christian Döring, den Buchhändler Rudolf Müller und Karl-Markus Gauß, den Herausgeber der Zeitschrift „Literatur & Kritik“, zu Mitgliedern der Jury bestimmt.

          Insgesamt 117 Romane

          Die sieben Juroren begutachteten insgesamt 117 Romane, die zwischen dem 1. Oktober des vergangenen Jahres und dem 12. September dieses Jahres erschienen sind. 76 Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Titel für das Auswahlverfahren vorzuschlagen. Nach der Veröffentlichung einer sogenannten Longlist von 20 Romantiteln Mitte August war Mitte September die Shortlist bekanntgegeben worden, die sechs Autoren in der engeren Wahl beließ.

          Nominiert waren neben Franck auch Katja Lange-Müller, Thomas Glavinic, Martin Mosebach, Michael Köhlmeier und Thomas von Steinaecker. Alle fünf für die Endrunde des Buchpreises nominierten Autoren erhalten je 2500 Euro.

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