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FAZ.NET-Lesezeichen : Dieses Buch ist durchgehend geöffnet

  • -Aktualisiert am

Bild: Blessing / Bearbeitung F.A.Z.

Eine abenteuerliche Satire zum Streit zwischen analoger und digitaler Kultur: Am 3. März erscheint der Roman „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ von Robin Sloan. Lesen Sie den Beginn des Romans als FAZ.NET-Lesezeichen.

          Diesem heiteren Roman gelingt ein Kunststück: Er könnte Liebhaber wie Verächter des Fantasy-Genres gleichermaßen ansprechen. Denn Robin Sloans Debüt „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ ist eine moderne Abenteuergeschichte und ihre Satire zugleich.

          Jan Wiele

          Redakteur im Feuilleton.

          Ihr Erzähler Clay Jannon ist ein arbeitsloser Web-Designer in San Francisco, dem der Zufall einen neuen Job beschert: Er übernimmt die Nachtschicht an der Theke von Mr. Penumbras Buchhandlung, die in einer Seitenstraße direkt neben einem Nachtclub liegt und rund um die Uhr geöffnet hat. Vordergründig werden dort mehr oder weniger aktuelle Bücher verkauft - doch bald schon bemerkt er, dass dies nur die Fassade ist, hinter der eine Geheimgesellschaft von Lesern verkehrt. Sie entleihen alte Codices mit kryptischem Inhalt und versuchen sie in mühsamer Kleinarbeit zu entschlüsseln.

          Das Geheimnis dieser Bücher lässt auch Clay Jannon nicht kalt - er ist allerdings nicht so geduldig, auf die Hilfe von Maschinen zu verzichten. Also heckt er mit seinen Freunden aus der kalifornischen Kreativszene einen konspirativen Plan aus, um es zu lüften - unter ihnen eine fast roboterhaft rationale Mitarbeiterin von Google und ein Experte für die 3D-Animation von Brüsten in Computerspielen.

          Robin Sloan

          Die lustige, aber auch scharfzüngige Beschreibung dieser Szene,deren Gegenüberstellung mit den traditionellen Buchclub-Lesern wie eine parodierte Schlacht zwischen den Antiken und den Modernen wirkt, lohnt allein die Lektüre. Aber Sloan gelingt es dann auch, den Abenteuer-Plot mit immer neuen Volten bis zum Ende spannend zu halten. Dabei werden sehr geschickt drängende Zeitfragen nach E-Reader oder Papier, Open Access und Leistungsschutzrecht, frei zugänglicher und teuer lizenzierter Software und vor allem die nach Googles großem Digitalisierungsvorhaben aus ganz verschiedenen Perspektiven beleuchtet - hierbei hält sich das Buch allerdings durchgehend offen, indem es die Vertreter verschiedener Standpunkte gleichermaßen kritisch wie liebevoll behandelt.

          Zur Leseprobe: „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ von Robin Sloan

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